Zum Heimspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg kehrte mit Charlie Gerard auch der letzte zuletzt kranke Spieler ins Team der Nürnberg Ice Tigers zurück. Weil Niklas Treutle den Start im Tor bekam und Luca Ganz als Backup zur Verfügung stand, konnten die Ice Tigers alle neun Import-Feldspieler aufbieten. Die Partie begann aus Nürnberger Sicht perfekt, schon nach 57 gespielten Sekunden durften die über 6.800 Zuschauer in der PSD Bank Nürnberg ARENA zum ersten Mal jubeln. Samuel Dove-McFalls brachte den Puck ins Drittel und legte ab für Evan Barratt, der aus halblinker Position aus dem Handgelenk perfekt zum 1:0 in den Winkel traf (1.). Die Ice Tigers dominierten die Anfangsphase, Marcus Weber verpasste nach einem feinen Barratt-Zuspiel von der rechten Seite nur knapp das zweite Tor. Nach einem Wolfsburger Fehlpass im eigenen Drittel tauchte Brett Murray frei vor Dustin Strahlmeier auf und zog zum langen Pfosten, traf dann aus spitzem Winkel aber nur den Außenpfosten (11.). Nürnberg setzte nach, Cole Maier fälschte einen Schlagschuss von Cody Haiskanen gefährlich ab, Strahlmeier reagierte stark mit dem Schoner (13.). Das zweite Tor für die Ice Tigers war längst überfällig und fiel schließlich nach exakt 14 gespielten Minuten. Charlie Gerard kam über die rechte Seite hinters Wolfsburger Tor und spielte nach vorne, Julius Karrer zog aus dem hohen Slot direkt ab und traf zum 2:0 ins lange Eck (15.).
Julian Chrobot wollte seine Mannschaft mit einer Schlägerei gegen Marcus Weber aufwecken, was zunächst aber nicht gelingen sollte. Als Keaton Thompson auf der Strafbank saß, schlugen die Ice Tigers in Überzahl zu. Charlie Gerard ging von der rechten Seite in Richtung Tor, täuschte eine Bewegung an und spielte dann einen genialen No-Look-Rückhandpass vors Tor, den Samuel Dove-McFalls zum 3:0 verwertete (20.). Die Drei-Tore-Führung hatte im Mittelabschnitt allerdings nur 93 Sekunden Bestand. Dann zog Julian Melchiori von der blauen Linie ab, der Puck wurde vor dem Tor abgefälscht, Treutle konnte ihn dadurch nicht festhalten und Tyler Gaudet staubte im Fallen ab – nur noch 3:1 für Nürnberg (22.). Die Ice Tigers fanden allerdings die passende Antwort und trafen in der 25. Minute zum vierten Mal. Samuel Dove-McFalls spielte hinter dem Wolfsburger Tor quer, Evan Barratt kam nach vorne und bediente Dove-McFalls mit einem Rückhandpass zum langen Pfosten – 4:1 für Nürnberg. In der Folge verpassten Cody Haiskanen und Josef Eham (27.) mit aussichtsreichen Gelegenheiten, die Führung noch deutlicher zu gestalten. Auf der anderen Seite kam Matt White von der linken Seite gefährlich zum Abschluss und traf nur die Oberkante der Latte (28.).
Danach waren die Ice Tigers wieder gefährlicher, aber Owen Headrick schoss von der blauen Linie knapp vorbei (32.) und Strahlmeier entschärfte eine gute Gelegenheit über Cody Haiskanen (33.). Als Timo Bakos wegen Hakens auf der Strafbank saß, schlug Wolfsburg in Überzahl zu und verkürzte auf 4:2. Nach einem Doppelpass mit Justin Feser zog Bobby Lynch von der rechten Seite ab und traf mit einem Direktschuss (37.). Will Graber hatte die direkte Antwort auf dem Schläger, verpasste frei vor Strahlmeier aber knapp (38.). Die Ice Tigers nahmen die Zwei-Tore-Führung mit ins letzte Drittel und konzentrierten sich dort hauptsächlich aufs Verteidigen. Wolfsburg lief an, die Ice Tigers verteidigten kompakt und konnten sich auf Niklas Treutle verlassen, der unter anderem gegen Luis Schinko zur Stelle war (45.). Bei Wolfsburger Überzahl kam Tyler Gaudet aus spitzem Winkel zum Abschluss, Treutle parierte erneut (51.). In der Schlussphase brachten die Ice Tigers den Puck immer wieder geschickt aus dem eigenen Drittel und ließen Wolfsburg anrennen. Aber auch mit gezogenem Torhüter brachte Wolfsburg keine allzu gefährlichen Schüsse mehr aufs Tor und die Ice Tigers brachten das 4:2 am Ende souverän über die Zeit. Durch den Sieg überholten die Ice Tigers die Grizzlys in der Tabelle wieder und vergrößerten den Vorsprung auf Platz 11 auf sieben Punkte.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 3 | 1 | 0 | 4 |
| Grizzlys Wolfsburg | 0 | 2 | 0 | 2 |
Stimmen zum Spiel
Mike Stewart (Wolfsburg): Wenn du ein Gegentor im ersten Wechsel kassierst, sind das keine gute Nachrichten. Wir haben uns stabilisiert, beide Teams hatten gute Rush-Chancen. Beim zweiten Gegentor haben wir den Puck nicht rausgebracht und das nächste Gegentor kassiert. Und dann ein Powerplay, bei dem wir eigentlich sehr gut verteidigt haben. Es ist nie leicht, aus so einem Loch rauszukommen, aber unsere Reaktion war energisch. Wir hatten gute Aktionen und ein paar Lattenschüsse. Im letzten Drittel waren wir am Drücker, aber Treutle hatte ein paar große Paraden.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Ich war sehr glücklich mit unserem Start. Wir hatten etwas zu beweisen nach den letzten vier Niederlagen und haben harte Gespräche geführt. Die Jungs haben extrem gut darauf reagiert und endlich wieder sehr solide 60 Minuten gespielt. Wir haben etwas physischer im eigenen Drittel gespielt, das Powerplay hat getroffen und Turtle hatte wichtige Saves, als wir ihn gebraucht haben.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 1:0 | 00:57 | Barratt | Dove-McFalls | Haiskanen | |
| 2:0 | 14:00 | Karrer | Gerard | Heigl | |
| 3:0 | 19:36 | Dove-McFalls | Gerard | Meireles | 5:4-Überzahl |
| 3:1 | 21:33 | Gaudet | Melchiori | Hayhurst | |
| 4:1 | 24:40 | Dove-McFalls | Barratt | Murray | |
| 4:2 | 36:43 | Lynch | Feser | White | 5:4-Überzahl |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 11 Min |
| Grizzlys Wolfsburg | 9 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 6.853 |
| Schiedsrichter: | Sean MacFarlane, Kilian Hinterdobler |
