Ohne den leicht angeschlagenen Tyler Spezia, den kurzfristig erkrankten Will Graber und den an muskulären Problemen leidenden Justus Böttner empfingen die Nürnberg Ice Tigers die Straubing Tigers zum Derby am 2. Weihnachtsfeiertag. Die Partie begann von beiden Teams abwartend geführt, in einem Spiel mit wenigen Unterbrechungen blieben packende Torszenen in der Anfangsphase Mangelware. In der 7. Minute wurde es erstmals gefährlich, als Straubings Elis Hede aus dem hohen Slot zum Abschluss kam, Evan Fitzpatrick im Nürnberger Tor reagierte aber gut. Auf der anderen Seite lenkte Charlie Gerard einen Diagonalpass von Julius Karrer knapp am Straubinger Tor vorbei. Das Spiel wurde zur Mitte des ersten Drittels etwas offener, Roman Kechter konnte Henrik Haukeland mit einem Direktschuss nach feiner Vorarbeit von Brett Murray nicht überwinden (10.). Straubing hatte seine beste Möglichkeit in der 12. Minute, als Tyler Madden auf einmal völlig frei zum Abschluss kam, Fitzpatrick hielt aber stark mit der Fanghand. In Überzahl gingen die Gäste dann in der 14. Spielminute in Führung. Nicolas Beaudin bediente Alex Green von hinter dem Tor und Green überwand Fitzpatrick vom rechten Bullykreis flach durch die Schoner zum 0:1.
Die Antwort der Ice Tigers ließ allerdings nur etwas mehr als zwei Minuten auf sich warten. Roman Kechter gewann ein Bully im Angriffsdrittel, Julius Karrer spielte von der blauen Linie tief vors Tor, zog nach vorne und wurde von Greg Meireles mustergültig bedient – Karrer zog direkt aufs lange Eck ab und besorgte den 1:1-Ausgleich (16.). Während einer Überzahlsituation kurz vor Drittelende ließen die Ice Tigers den Puck hervorragend laufen und kamen über Owen Headrick und Greg Meireles zu guten Möglichkeiten, scheiterten aber an Haukeland (20.). Auch im zweiten Drittel ging das Spiel munter hin und her, allerdings benötigten die Ice Tigers einen neuerlichen Geniestreich der ersten Reihe zur Führung: Evan Barratt lauerte an der blauen Linie und bekam einen perfekten Pass von Brett Murray in den Lauf. Alleine vor Haukeland blieb der DEL-Top-Scorer eiskalt und schob mit einer genauso gewollten angetäuschten Bewegung zur Rückhand durch Haukelands Schoner ein – 2:1 für Nürnberg (25.). Straubing antwortete mit einer guten Einzelaktion von Danjo Leonhardt über die rechte Seite, Fitzpatrick blieb mit dem Schoner der Sieger (30.). Kurz darauf fing Cole Maier einen Aufbauversuch der Tigers ab und spielte sofort tief vors Tor, Charlie Gerard kam völlig frei zum Abschluss, konnte Haukeland mit der Rückhand aber nicht überwinden (34.). Straubing machte zum Ende des Drittels nach einem Überzahlspiel noch einmal viel Druck, die Ice Tigers nahmen die knappe Führung aber mit in die zweite Pause.
Straubing startete mit viel Energie ins letzte Drittel, Nick Halloran feuerte schon nach wenigen Sekunden von der blauen Linie, Fitzpatrick hielt sicher (41.). Die Niederbayern setzten nach, Fitzpatrick reagierte am langen Pfosten mit dem Schoner stark gegen Tyler Madden (44.). Die Ice Tigers waren kurz darauf zum ersten Mal gefährlich im Angriffsdrittel, Julius Karrer brachte den Puck nach einem Diagonalpass von Brett Murray gefährlich aufs Tor, scheiterte aber an Haukeland (45.). In der 48. Minute kamen Roman Kechter und Jake Ustorf binnen weniger Augenblicke zu zwei aussichtsreichen Gelegenheiten, Haukeland blieb aber wieder der Sieger (48.). Straubing hatte insgesamt allerdings die besseren Gelegenheiten, Evan Fitzpatrick entschärfte einen Alleingang von Nick Halloran (49.). Bei einer angezeigten Strafe gegen die Ice Tigers kamen die Tigers dann aber zum Ausgleich. Ein Querpass von der linken Seite landete etwas glücklich beim rechten Bullykreis bei Marcel Brandt, der den Direktschuss unhaltbar ins lange Eck jagte und zum 2:2 traf (51.). Das Spiel blieb bis in die Schlussphase auf Messers Schneide, das glücklichere Ende hatten die Gäste auf ihrer Seite. Marcel Brandt spielte von der blauen Linie zum linken Bullykreis, Tim Fleischer zog direkt ab und traf zum 2:3 ins kurze Eck (59.). Dabei sollte es auch bleiben, denn Cole Maiers Abschluss eine halbe Minute vor Schluss ging knapp am langen Pfosten vorbei (60.).
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 1 | 1 | 0 | 2 |
| Straubing Tigers | 1 | 0 | 2 | 3 |
Stimmen zum Spiel
Craig Woodcroft (Straubing): Das war ein gutes, enges Eishockeyspiel. Beide Teams haben hart gearbeitet. Es war eines dieser Spiele, in denen wir aufgrund unserer kurzen Bank auf eine bestimmte Art spielen und mit unserer Energie haushalten mussten. Nürnberg ist eine gut strukturierte Mannschaft, es war kein einfaches Spiel für uns. Wir konnten unsere beiden Chancen im letzten Drittel glücklicherweise nutzen und das Spiel gewinnen.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Die ersten beiden Drittel haben wir gut gespielt und in unserer Struktur gut gearbeitet. Im letzten Drittel wollten wir es teilweise zu schön spielen und konnten mit der Intensität von Straubing nicht mithalten. Wir hatten zwar auch unsere Chancen, konnten diese aber nicht nutzen.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 13:23 | Green | Beaudin | 5:4-Überzahl | |
| 1:1 | 15:36 | Karrer | Meireles | Ustorf | |
| 2:1 | 24:27 | Barratt | Murray | Dove-McFalls | |
| 2:2 | 50:11 | Brandt | EA 6-5 | ||
| 2:3 | 58:14 | Fleischer | Brandt | ||
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 4 Min |
| Straubing Tigers | 4 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 7.038 |
| Schiedsrichter: | Andris Ansons, Aleksander Polaczek |
