Ausgerechnet vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei den Eisbären Berlin wurden die Nürnberg Ice Tigers von einer Krankheitswelle erwischt: Will Graber, Timo Bakos und Jake Ustorf konnten die Reise in die Hauptstadt krankheitsbedingt nicht antreten. Zudem fehlten der leicht angeschlagene Tyler Spezia und der an muskulären Problemen leidende Justus Böttner, so dass Mitch O’Keefe nur auf sechs Verteidiger und zehn Stürmer zurückgreifen konnte. Die mit einem vollen Lineup angetretenen Eisbären erwischten den besseren Start und setzten die Ice Tigers früh unter Druck. Nach einem Missverständnis in der Vorwärtsbewegung lief Eric Hördler alleine aufs Nürnberger Tor zu, Niklas Treutle verhinderte den Rückstand mit einer starken Parade (4.). Berlin setzte allerdings nach und ging nur 35 Sekunden später in Führung. Liam Kirk kam im Slot frei zum Abschluss, Treutle reagierte wieder stark, Frederik Tiffels bugsierte den Abpraller zum langen Pfosten und Les Lancaster staubte zum 1:0 ab (4.). Als Cole Maier in der 7. Minute auf der Strafbank saß, konnte er diese bereits nach sechs Sekunden wieder verlassen. Nach dem Bully im Nürnberger Drittel wurde Liam Kirk von Leo Pföderl mit einem perfekten Querpass bedient und Kirk verwandelte per Direktschuss zum 2:0.
Die Ice Tigers taten sich schwer, erst mit einer guten Möglichkeit für Cole Maier fanden sie besser ins Spiel. Maier zog über die linke Seite vors Tor und zum langen Pfosten, Jake Hildebrand machte die Bewegung aber gut mit und verhinderte den Nürnberger Anschlusstreffer (9.). In der Folge konnten die Ice Tigers zwar immer wieder Zeit in der Offensive kreieren, gefährliche Abschlüsse ließen die Eisbären aber nicht zu und nahmen die Zwei-Tore-Führung mit in die erste Pause. Auch der Beginn des Mittelabschnitts gehörte den Hausherren, die in der 23. Minute nach einem Nürnberger Fehlpass vor dem eigenen Drittel auf 3:0 erhöhten. Frederik Tiffels war es, der den Passversuch abfing, allein auf Treutle zulief und mit der Rückhand verwandelte. Die Eisbären setzten nach, Treutle bewahrte sein Team gegen Eric Mik zunächst vor einem noch deutlicheren Rückstand (28.). Bei Nürnberger Überzahl hatte Owen Headrick die Chance, das erste Tor für die Ice Tigers zu erzielen, er konnte Hildebrand nach einer schönen Einzelaktion aber nicht mit der Rückhand überwinden (32.). Die Eisbären machten es besser und nutzten ihr nächste Möglichkeit – etwas glücklich – zum 4:0 aus. Treutle wehrte Blaine Byrons Schuss von der linken Seite mit der linken Schulter ab, der Puck prallte aber genau auf die Kelle von Jean-Sébastien Dea und trudelte von dort über die Linie (35.).
Nach einer Strafe gegen Berlins Marcel Noebels nutzten die Ice Tigers das folgende Überzahlspiel, um auf 1:4 zu verkürzen. Owen Headrick spielte an der blauen Linie quer und Evan Barratt traf aus dem Handgelenk perfekt in den Winkel, weil Hildebrand vor dem Tor von Brett Murray komplett die Sicht verdeckt wurde (37.). Headrick selbst und Cole Maier (38.) hatten im Mittelabschnitt noch gute Möglichkeiten, den Rückstand weiter zu verkürzen, Hildebrand war aber zur Stelle und stoppte die Nürnberger Offensivbemühungen. In der 43. Minute eroberte Evan Barratt den Puck seitlich des Berliner Tores und spielte sofort nach vorne, Brett Murray zog direkt ab, scheiterte aber ebenfalls an Hildebrand. Die Eisbären ließen die Scheibe auf der anderen Seite schnell laufen, Leo Pföderl spielte von hinter dem Tor nach vorne und Liam Kirk verwandelte einen Direktschuss zum 5:1 ins lange Eck (45.). Damit war das Spiel endgültig entschieden, auch wenn die Ice Tigers wie immer nicht aufgaben und in der 55. Minute noch einmal verkürzten. Am Ende einer schönen Kombination über Cole Maier und Charlie Gerard kam Greg Meireles vor dem Tor frei zum Abschluss und lenkte die Scheibe zum 2:5 ins lange Eck. Dabei sollte es letztlich auch bleiben. Für die Ice Tigers gilt es nun, möglichst schnell zu regenerieren und darauf zu hoffen, dass einige der kranken Spieler und Tyler Spezia am Dienstag zurückkommen können.
Foto: City-Press
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Eisbären Berlin | 2 | 2 | 1 | 5 |
| Nürnberg Ice Tigers | 0 | 1 | 1 | 2 |
Stimmen zum Spiel
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Da müssen wir heute einige Dinge aufarbeiten. Uns war klar, dass Berlin unbedingt in die Erfolgsspur zurückkehren wollte. Man hat ihre Dringlichkeit von Beginn an gesehen, aber wir haben das genaue Gegenteil gemacht. Wir haben ängstlich gespielt und konnten nicht mithalten. Wir haben nur zugeschaut und sind viel zu langsam in die Positionen gekommen. Dazu sehr viele Puckverluste in der neutralen Zone. Da waren heute sehr viele schlechte Dinge auf unserer Seite dabei, das müssen wir in den Griff bekommen. Das war eine enttäuschende Vorstellung von uns.
Serge Aubin (Berlin): Das hat sich heute anders angefühlt als zuletzt. Das Team ist auf dem Eis als verbundene Einheit aufgetreten und hat sich sehr gut bewegt. Wir wollten Zeit und Raum von unserem Gegner wegnehmen und haben das sehr gut umgesetzt. Wir haben die richtigen Spielzüge zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt. Einige Male mussten wir in der Defensive gut arbeiten, was uns auch gelungen ist. Auch im Powerplay haben wir den Puck gut laufen lassen. Insgesamt haben wir ein ziemlich komplettes Spiel gemacht.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 1:0 | 03:53 | Lancaster | Kirk | Tiffels | |
| 2:0 | 06:32 | Kirk | Pföderl | Reinke | 5:4-Überzahl |
| 3:0 | 22:44 | Tiffels | |||
| 4:0 | 34:27 | Dea | Byron | Smith | |
| 4:1 | 36:17 | Barratt | Headrick | Gerard | 5:4-Überzahl |
| 5:1 | 44:40 | Kirk | Pföderl | Tiffels | |
| 5:2 | 54:24 | Meireles | Gerard | Maier |
Strafen
| Eisbären Berlin | 15 Min |
| Nürnberg Ice Tigers | 15 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 14.200 (ausverkauft) |
| Schiedsrichter: | Marian Rohatsch, Daniel Todam |
