Mit dem genesenen Evan Barratt und damit wieder vier vollständigen Sturmreihen traten die Nürnberg Ice Tigers am Sonntagnachmittag bei den Schwenninger Wild Wings an. Die Partie begann aus Nürnberger Sicht mit einer Strafe gegen Charlie Gerard und dem anschließenden Führungstreffer für Schwenningen denkbar ungünstig. Die Ice Tigers konnten sich in Unterzahl zwar befreien, wechselten dann aber nicht gut und ermöglichten Eric Martinsson damit den Angriff über die rechte Seite, den er mit einem Handgelenkschuss ins lange Eck zum 1:0 für die Wild Wings abschloss (4.). Niklas Treutle konnte sich kurz darauf gegen Hakon Hänelt (4.) und Tyson Spink (5.) auszeichnen, ehe die Ice Tigers sich erstmals gefährlich in der Offensive zeigten. Erst kam Samuel Dove-McFalls über die rechte Seite mit der Rückhand zum Abschluss, dann zog Owen Headrick von der blauen Linie ab (7.). Beide Male war Joacim Eriksson im Schwenninger Tor allerdings der Sieger. In der 10. Minute lenkte Evan Barratt einen Querpass von Marcus Weber von der linken Seite nur knapp am Schwenninger Tor vorbei. Das Spiel wurde in der Folge hitzig, die Emotionen entluden sich in der 16. Minute in Form von Faustkämpfen zwischen Josef Eham und Sebastian Uvira sowie Julius Karrer und Boaz Bassen. Spielerisch wurde es auf beiden Seiten noch einmal gefährlich, Niklas Treutle entschärfte eine gute Gelegenheit für Danny O’Regan (17.), auf der anderen Seite war Eriksson gegen Roman Kechter zur Stelle (18.).
Im zweiten Drittel erwischten die Ice Tigers im ersten Wechsel noch den besseren Start, das Momentum wechselte allerdings schnell auf die Seite der Wild Wings. In der 26. Minute standen die Ice Tigers zu tief im gegnerischen Drittel, Schwenningen konterte. Felix Scheel leitete den Konter ein und verwertete ihn nach einer starken Vorarbeit von Zach Senyshyn und dessen Querpass mit der Rückhand aus kurzer Distanz zum 2:0 für die Wild Wings. Die Ice Tigers hatten in dieser Phase Schwierigkeiten in der defensiven Zuordnung, Sebastian Uvira konnte wenige Sekunden nach dem zweiten Schwenninger Tor nur mit einem Foul beim Alleingang gestoppt werden. Zum fälligen Penalty trat Tyson Spink an, traf aber nur die Latte (26.). Keine drei Minuten später erhöhte Schwenningen dann trotzdem auf 3:0. Mirko Höfflin setzte sich vor dem Nürnberger Tor durch, bekam einen Pass von hinter dem Gehäuse mustergültig serviert und schob ins lange Eck ein. Dieser Treffer sollte sich als eine Art Weckruf für die Ice Tigers herauskristallisieren, denn fortan fand das Team von Mitch O’Keefe wieder seinen Rhythmus und verkürzte in der 32. Minute auf 1:3. Marcus Weber lenkte einen Diagonalpass von Evan Barratt am Tor vorbei, Sam Dove-McFalls schnappte sich den Puck und arbeitete ihn am kurzen Pfosten über die Linie.
Die Ice Tigers überstanden kurz darauf eine Unterzahlsituation und erzielten wenige Augenblicke später den Anschlusstreffer zum 2:3. Brett Murray spielte von der linken Seite vors Tor, Sam Dove-McFalls fing den Puck ab und bediente Evan Barratt am langen Pfosten so genau, dass der Top-Scorer nur noch einschieben musste (36.). Zum Ende des Mittelabschnitts und zu Beginn des letzten Drittels spielten die Ice Tigers in Überzahl, konnten diese Gelegenheit aber nicht nutzen, weil Eriksson gegen Brett Murrays Versuch aus kurzer Distanz zur Stelle war (42.). Das Spiel blieb hart umkämpft, ein weiterer Geniestreich ermöglichte den Ice Tigers den Ausgleich in der 51. Minute. Evan Barratt bediente Brett Murray mit einem weiten Diagonalpass an die blaue Linie, Sam Dove-McFalls zog zum Tor und lenkte die Hereingabe Murrays geschickt zum 3:3 ins kurze Eck. Schwenningen hatte anschließend noch einmal große Möglichkeiten, erneut in Führung zu gehen, biss sich am bärenstarken Niklas Treutle aber mehrfach die Zähne aus. Seine größten Saves kamen dabei gegen den zweimal frei vor ihm auftauchenden Mirko Höfflin (53./57.).
Das Spiel ging schließlich in die Verlängerung, in der die Ice Tigers nach einem hohen Stock von Ben Marshall gegen Greg Meireles schnell in Überzahl agieren durften. Dort spielten sie es perfekt aus: Evan Barratt tief zu Brett Murray, der legte zurück zum Bullykreis und Owen Headrick verwandelte einen unhaltbaren Direktschuss zum entscheidenden 4:3 für die Ice Tigers, die sich nach einem 0:3-Rückstand wieder einmal zurückkämpften und zwei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten einfuhren.
Foto: Sven Lägler
| 1. | 2. | 3. | OT | Ergebnis | |
| Schwenninger Wild Wings | 1 | 2 | 0 | 0 | 3 |
| Nürnberg Ice Tigers | 0 | 2 | 1 | 1 | 4 n.V. |
Stimmen zum Spiel
Mitch O'Keefe (Nürnberg): Schwenningen ist mit großer Intensität aus der Kabine gekommen, das hat sich wie ein Playoff-Spiel angefühlt. Bei dieser Intensität konnten wir zu Beginn nicht mithalten, aber ich muss den Hut vor meinen Jungs ziehen, die einen Weg gefunden haben, zurückzukommen und mit zwei Punkten aus dem Spiel zu gehen.
Steve Walker (Schwenningen): Wir konnten früh einen schlechten Wechsel in Überzahl ausnutzen und Momentum daraus kreieren. In den ersten zehn Minuten des zweiten Drittels haben wir einen wirklich guten Job gemacht, die Pucks tief zu spielen und Chancen zu erspielen. Dafür wurden wir auch belohnt. Zwei Fehler im eigenen Drittel haben sie dann ins Spiel zurückkommen lassen. Im letzten Drittel haben wir uns wieder beruhigt und hatten alles Selbstvertrauen der Welt. Und dann machen wir so einen furchtbaren Fehler in unserem kontrollierten Forecheck. Dann war die Luft etwas raus und trotzdem hatten wir noch richtig gute Chancen. In der Verlängerung haben wir eine Strafe genommen und sie haben das gut ausgespielt.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 1:0 | 03:00 | Martinsson | Szwarz | 5:4-Überzahl | |
| 2:0 | 25:01 | Scheel | Senyshyn | ||
| 3:0 | 28:19 | Höfflin | Bittner | Scheel | |
| 3:1 | 31:03 | Dove-McFalls | Weber | Barratt | |
| 3:2 | 35:04 | Barratt | Dove-McFalls | Murray | |
| 3:3 | 50:18 | Dove-McFalls | Murray | Barratt | |
| 3:4 | 61:33 | Headrick | Murray | Barratt | 4:3-Überzahl |
Strafen
| Schwenninger Wild Wings | 24 Min |
| Nürnberg Ice Tigers | 22 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 5.113 |
| Schiedsrichter: | Andris Ansons, Andreas Huber |
