Zum wichtigen Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings kehrte Kapitän Marcus Weber ins Team der Nürnberg Ice Tigers zurück. Cody Haiskanen und Josef Eham fehlten weiterhin verletzungsbedingt, Niklas Treutle bekam den Start im Tor. Die Partie begann für Nürnberg mit zwei Strafen gegen Eugen Alanov (3.) und Marcus Weber (4.) denkbar ungünstig. Schwenningen spielte in doppelter Überzahl und ging in der Entstehung etwas glücklich in Führung: Tim Gettinger bugsierte den Puck von der rechten Seite des Torraums in die Mitte, vom Schlittschuh Samuel Dove-McFalls‘ prallte die Scheibe zum 0:1 über die Linie (5.). Der frühe Rückstand war für das ohnehin angeknackste Selbstvertrauen der Mannschaft von Mitch O’Keefe natürlich wenig hilfreich, in der Vorwärtsbewegung fehlten die Leichtigkeit und damit die präzisen, schnellen Pässe. Vor allem in eigener Überzahl spielte Nürnberg zu kompliziert und verpasste es, in einer langen doppelten Überzahlsituation den Ausgleich zu erzielen (16.). Owen Headrick kam zweimal zum Abschluss, scheiterte mit Schlagschüssen aber an Joacim Eriksson (18.).
Zu Beginn des zweiten Drittels bekamen die Ice Tigers erneut Überzahlspiel, aber auch diesmal sprang zu wenig dabei heraus. Einzig nach einem Doppelpass mit Charlie Gerard kam Will Graber aus spitzem Winkel zu einer Chance, schoss aber knapp am Tor vorbei (23.). Kurz nach Ablauf der Strafe kamen die Ice Tigers dann aber zum Ausgleich: Eugen Alanov spielte von hinter dem Tor diagonal zum linken Bullykreis, Marcus Weber zog aufs kurze Eck ab und traf zum 1:1 (24.). Die Antwort der Wild Wings ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Schwenningen nutzte sein nächstes Powerplay eiskalt aus, Alexander Karachun überwand Niklas Treutle mit der Rückhand zum 1:2 (25.). Schwenningen spielte effizienter und erhöhte in der 31. Minute auf 1:3. Hakon Hänelt bekam einen weiten Pass von Danny O’Regan, lief alleine auf Treutle zu und traf mit der Rückhand flach. Es kam noch dicker für die Ice Tigers: Ben Marshall schoss in der 38. Minute von der blauen Linie, Phil Hungerecker fälschte vor dem Tor ab und die Wild Wings erhöhten auf 1:4.
Nach einem frustrierenden Mittelabschnitt starteten die Ice Tigers mit Evan Fitzpatrick zwischen den Pfosten ins letzte Drittel und fanden endlich die nötige Intensität, auch wenn das Spiel zu dem Zeitpunkt freilich schon vorentschieden war. Cole Maier traf in der 42. Minute von der rechten Seite das Außennetz, Sinan Akdags Direktschuss von der blauen Linie parierte Eriksson mit dem Schoner (45.). Die Wild Wings zogen sich zurück, die Ice Tigers rannten mit umgestellten Sturmreihen (Brett Murray kam mit einer Schulterblessur nicht mehr aus der der Kabine) an und konnten gut fünf Minuten vor Schluss noch einmal verkürzen. Evan Barratt spielte von oberhalb des rechten Bullykreises perfekt tief vors Tor, wo Tyler Spezia lauerte und Eriksson flach durch die Schoner zum 2:4 überwand (55.). Eine Strafe gegen Will Graber stoppte die Aufholjagd (57.), Kyle Platzers Treffer ins leere Nürnberger Tor drei Sekunden vor Schluss zum 2:5-Endstand war letztlich nur noch Ergebniskosmetik.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 0 | 1 | 1 | 2 |
| Schwenninger Wild Wings | 1 | 3 | 1 | 5 |
Stimmen zum Spiel
Steve Walker (Schwenningen): Wir hatten beim ersten Tor viel Glück. Das Spiel war insgesamt etwas schlampig, wir konnten unsere Chancen einfach besser nutzen. Ich bin nicht zufrieden damit, wie wir mit der Führung mit der Scheibe umgegangen sind. Beide Teams hatten ihre Probleme damit, in der Offensive Möglichkeiten zu kreieren. Am Ende sind wir einfach glücklich über den Sieg.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Das war ein sehr unsauberes, schlampiges Spiel. Von den ersten beiden Dritteln konnten wir nicht viel mitnehmen. Wir waren nicht bereit, die einfachen Pässe zu machen, unsere Einstellung war nicht gut. Im letzten Drittel haben wir nach guten Gesprächen in der Kabine endlich unsere Identität gefunden, mit der wir bis zum Ende der Saison spielen müssen.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 04:33 | Gettinger | Tys. Spink | 5:3-Überzahl | |
| 1:1 | 23:17 | Weber | Alanov | Akdag | |
| 1:2 | 24:52 | Karachun | Szwarz | 5:4-Überzahl | |
| 1:3 | 30:23 | Hänelt | O'Regan | ||
| 1:4 | 37:22 | Hungerecker | Marshall | ||
| 2:4 | 54:21 | Spezia | Barratt | Graber | |
| 2:5 | 59:57 | Platzer | ENG SH 4-6 |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 10 Min |
| Schwenninger Wild Wings | 12 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 5.380 |
| Schiedsrichter: | Andris Ansons, Jackson Kozari |
