Nach dem knappen, aber am Ende verdienten und unheimlich wichtigen Auswärtssieg bei den Dresdner Eislöwen wollten die Nürnberg Ice Tigers am Sonntagabend in Ingolstadt die nächsten Punkte auf dem Weg in die Playoffs einfahren. Das Team von Mitch O’Keefe ging in unveränderter Aufstellung ins Derby und hatte gleich zu Beginn eine (verpasste) Möglichkeit, in Überzahl in Führung zu gehen. Ingolstadt hatte in der 4. Minute die erste gute Gelegenheit, als Riley Sheen einen Schuss von der blauen Linie knapp neben das Tor abfälschte. In der 11. Minute konterten die Ice Tigers, Evan Barratt bediente den mitgelaufenen Jubilar Sinan Akdag, der aufs kurze Eck schoss und an der Fanghand von Devin Williams scheiterte. Nürnberg hatte nun etwas mehr vom Spiel, aber auch gegen Charlie Gerard aus dem Slot war Ingolstadts Torhüter reaktionsschnell zur Stelle (13.). Als Austen Keating in der 17. Minute auf der Strafbank saß, schlugen die Ice Tigers in Überzahl zu: Will Graber spielte diagonal durchs Drittel, Evan Barratt von der rechten Seite flach vors Tor und Cole Maier fälschte perfekt durch Williams‘ Schoner zur 1:0-Führung ab. Kurz darauf hatte Evan Barratt mit einem Alleingang die Riesenchance aufs zweite Tor, Williams parierte aber mit der Stockhand (18.). 58 Sekunden vor Drittelende glichen die Schanzer die Partie dann aus: Peter Spornberger spielte von der linken Seite flach vors Tor, Daniel Pietta nahm die Scheibe geschickt mit und schob mit der Rückhand zum 1:1 ein (20.).
Während das Spiel im ersten Abschnitt von beiden Seiten offen geführt wurde, machten die Teams die Räume im Mittelabschnitt deutlich enger. Ingolstadt war um mehr Scheibenbesitz und Spielkontrolle bemüht und hatte dadurch auch etwas mehr Anteile. In der 24. Minute kam Daniel Pietta von der rechten Seite zum Abschluss, Jakob Weber blockte den ersten Versuch und Evan Fitzpatrick hielt den Nachschuss fest. Als Sinan Akdag wegen Beinstellens auf die Strafbank verbannt wurde, ging Ingolstadt im Powerplay in Führung. Fitzpatrick konnte einen Handgelenkschuss von Leon Hüttl von der blauen Linie nicht festhalten und Daniel Schmölz traf im Nachsetzen zum 2:1 für die Gastgeber (28.). Charlie Gerard umkreiste kurz darauf das Ingolstädter Tor und spielte nach vorne, Will Graber zog direkt ab, konnte Williams aber nicht überwinden (30.). Auch bei Nürnberger Überzahl blieb Williams der Sieger im Privatduell mit Will Graber (33.). In Unterzahl setzte sich Sinan Akdag auf der rechten Seite gut durch, zog vors Tor und scheiterte knapp an Williams‘ rechtem Schoner (35.). Im direkten Gegenzug traf Riley Sheen dann nur die Oberkante der Latte (35.). Kurz vor Drittelende kam Evan Barratt im hohen Slot zu einer guten Gelegenheit, seinen Handgelenkschuss parierte Williams aber mit der Stockhand (40.).
Die erste Chance des letzten Drittels hatten die Ice Tigers: Brett Murray kam über die rechte Seite zum Abschluss und schoss aufs lange Eck, Williams musste abprallen lassen und Tyler Spezia scheiterte mit dem Nachschuss von der linken Seite (41.). Die Ice Tigers spielten im Schlussabschnitt aggressiver nach vorne und wurden in der 44. Minute eiskalt ausgekontert. Kenny Agostino bediente Abbott Girduckis von der linken Seite, Girduckis drehte sich geschickt und spielte zum langen Pfosten, wo Myles Powell überlegt zum 3:1 einschob. Matt Boucher hatte mit der nächsten Konterchance das vierte Tor auf dem Schläger, Fitzpatrick parierte aber stark (45.). In der 47. Minute kam Williams weit aus seinem Tor heraus, Greg Meireles blockte Williams‘ Passversuch, Tyler Spezia verfehlte aus dem Hintergrund aber das leere Tor. Julius Karrer hatte nach einem Querpass von Owen Headrick die nächste gute Chance, schoss aber ebenfalls knapp vorbei (49.). Nürnberg gab sich nicht geschlagen, Samuel Dove-McFalls kam am Ende eines guten Angriffs über Evan Barratt aus dem hohen Slot zur Möglichkeit mit der Rückhand, aber auch er verfehlte um wenige Zentimeter (54.). Kurz nach Ablauf einer Strafe gegen Sam Dove-McFalls machte Ingolstadt dann alles klar: Fitzpatrick konnte einen Schuss von Leon Hüttl nicht festhalten, Ingolstadts Verteidiger reagierte am schnellsten und beförderte den Puck zum 4:1-Endstand ins Nürnberger Tor.
Durch die Niederlagen aller direkten Konkurrenten veränderte sich trotz der Niederlage in der Tabelle nichts. Fünf Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung auf Platz 11 weiterhin sechs Punkte.
Foto: Johannes Traub
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| ERC Ingolstadt | 1 | 1 | 2 | 4 |
| Nürnberg Ice Tigers | 1 | 0 | 0 | 1 |
Stimmen zum Spiel
Mitch O'Keefe (Nürnberg): Seit der Pause ist unser Umgang mit der Scheibe nicht gut, das müssen wir sofort wieder in den Griff bekommen. Unser erstes Drittel war gut, da konnten wir einfach unsere Chancen nicht ausnutzen. Im zweiten Drittel sind wir ein bisschen in Probleme mit Strafen gekommen und das Momentum ist gekippt. Im letzten Drittel waren wir zu offensiv und haben ein paar schlechte Entscheidungen getroffen, die Ingolstadt bestraft hat.
Mark French (Ingolstadt): Wir waren nicht sonderlich sharp im ersten Drittel, nur Devin hat uns da im Spiel gehalten. Der Ausgleich kurz vor der Pause war wichtig, im zweiten Drittel haben wir einen besseren Job gemacht, uns aber mit ein paar schlechten Entscheidungen selbst in Gefahr gebracht. Ein guter Torhüter gibt einem die Gelegenheit, ins Spiel und die Beine zu finden, und Devin hat das heute gemacht.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 16:13 | Maier | Barratt | Graber | 5:4-Überzahl |
| 1:1 | 19:02 | Pietta | Spornberger | ||
| 2:1 | 27:53 | Schmölz | Hüttl | Abbandonato | 5:4-Überzahl |
| 3:1 | 43:46 | Powell | Girduckis | Agostino | |
| 4:1 | 56:14 | Hüttl | Williams | ||
Strafen
| ERC Ingolstadt | 10 Min |
| Nürnberg Ice Tigers | 8 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 4.388 |
| Schiedsrichter: | André Schrader, Andreas Huber |
