Nach der langen Olympiapause und dem wahrscheinlich besten Eishockeyturnier aller Zeiten kehrte am Mittwochabend der Liga-Alltag in der PENNY DEL zurück. Im Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters wollten die Nürnberg Ice Tigers einen großen Schritt in Richtung Playoff-Qualifikation machen. Evan Fitzpatrick, Timo Bakos und Eugen Alanov waren die überzähligen Spieler, Niklas Treutle startete im Tor. Nürnberg startete schwungvoll, schon nach 20 Sekunden fälschte Cole Maier einen Schuss von der blauen Linie gefährlich ab, der Puck rutschte hinter Hendrik Hane in Richtung Torlinie, wurde aber im letzten Moment geklärt (1.). Auf der anderen Seite kamen die Roosters über Macoy Erkamps zur ersten guten Gelegenheit, Niklas Treutle parierte mit der Stockhand (2.). In der 6. Minute setzten sich die Ice Tigers im Angriffsdrittel fest, Charlie Gerard traf aus spitzem Winkel nur die Latte. Kurz darauf hatte Tyler Boland mit einem Alleingang die Iserlohner Führung auf dem Schläger, scheiterte aber an Niklas Treutle (7.). Ihre nächste Chance nutzten die Roosters dann zur Führung. Daniel Geiger legte ab an die blaue Linie und Lua Niehus bezwang Treutle mit einem verdeckten Direktschuss ins lange Eck – 0:1 (10.). In der Folge ließen beide Teams ihre erste Überzahlmöglichkeit ungenutzt, so dass es nach 20 Minuten bei der knappen Iserlohner Führung blieb.
Die Ice Tigers erwischten einen druckvollen Start in den Mittelabschnitt, Cole Maier verpasste nach einem Schuss von Owen Headrick knapp am langen Pfosten (21.). Nürnberg kontrollierte die Partie für einige Minuten, dann nahm Stefan Nyman seine Auszeit (25.) und brachte die Ice Tigers damit komplett aus dem Rhythmus. Die Roosters kamen wieder besser ins Spiel, setzten die Ice Tigers gehörig unter Druck und erhöhten in der 28. Minute nach einem gewonnenen Bully auf 0:2. Eric Cornel war es, der einen Schuss von Daniel Fischbuch von der blauen Linie unhaltbar für Treutle abfälschte. Gerade einmal 74 Sekunden später jubelten die Roosters erneut: Anthony Camara legte ab an die blaue Linie und Macoy Erkamps überwand Treutle mit einem platzierten Handgelenkschuss ins lange Eck – 0:3 aus Nürnberger Sicht. Es sollte sogar noch dicker kommen, denn Matias Lassen verwandelte den nächsten verdeckten Schuss von der blauen Linie zum 0:4 (35.). Erst ein Faustkampf von Josef Eham hauchte den Ice Tigers neues Leben ein und Cole Maier fälschte 18 Sekunden vor Drittelende einen Headrick-Schuss aus dem hohen Slot perfekt zum 1:4-Pausenstand ab (40.).
Mit der komfortablen Führung im Rücken zogen sich die Roosters im Schlussabschnitt zurück und ließen die Ice Tigers anrennen. Nürnberg probierte es im letzten Drittel zwar mit deutlich mehr Kampf als in den ersten beiden Abschnitten, es fehlte aber weiterhin an Durchschlagskraft. Owen Headrick scheiterte in der 44. Minute von der rechten Seite an Hane, kam selbst an den Nachschuss und beförderte diesen in Hanes Fanghand. Am Ende eines schnellen Angriffs kam Marcus Weber aus dem hohen Slot zum Abschluss und schoss knapp vorbei (45.). Hässlich wurde es in der 52. Minute, als Iserlohns Kapitän Daniel Fischbuch den Nürnberger Kapitän mit einem üblen Stockschlag auf die Hand verletzte. Die fünfminütige Überzahlsituation dauerte allerdings nicht lange, denn Brett Murray erwischte einen Iserlohner Verteidiger unabsichtlich mit dem Schläger im Gesicht. In den Schlussminuten trafen Will Graber (55.) und Charlie Gerard (56.) noch das Torgestänge, mehr passierte nicht mehr.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 0 | 1 | 0 | 1 |
| Iserlohn Roosters | 1 | 3 | 0 | 4 |
Stimmen zum Spiel
Stefan Nyman (Iserlohn): Es war eine lange Pause und wir wussten nicht, wie wir aussehen würden. Beide Teams waren bereit zu spielen, es war ein intensives erstes Drittel. Nürnberg ist gut rausgekommen, aber wir konnten mithalten. Auch im zweiten Drittel ist Nürnberg gut rausgekommen, nach der Auszeit waren wir viel besser und wurden mit drei Toren belohnt. Viele gute Dinge sind heute von der blauen Linie passiert. Im letzten Drittel haben wir das Spiel bis zu den vielen Strafen gut kontrolliert. Wir hatten auch viel Glück, waren insgesamt aber besser über 60 Minuten.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Ich bin enttäuscht heute Abend, extrem enttäuscht. Ich kann mich da heute auch nicht zurückhalten. Die Dringlichkeit war absolut furchtbar und nicht vorhanden. Wir hatten 24 Puckverluste zwischen den blauen Linien, haben kein Schüsse geblockt und viel zu viele Alleingänge hergeben. Die Jungs haben nicht auf den Gameplan gehört. Ich bin extrem frustriert, wir müssen unbedingt eine Reaktion zeigen. Wie wir heute aufgetreten sind, war ein absoluter Witz.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 09:36 | Niehus | Geiger | Norell | |
| 0:2 | 27:59 | Cornel | Fischbuch | Ugbekile | |
| 0:3 | 29:13 | Erkamps | Camara | ||
| 0:4 | 34:01 | Lassen | Napravnik | Salsten | |
| 1:4 | 39:42 | Maier | Headrick | Weber | |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 19 Min |
| Iserlohn Roosters | 16 + 20 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 5.800 |
| Schiedsrichter: | Sirko Hunnius, Marian Rohatsch |
