Ohne die verletzten Cody Haiskanen, Marcus Weber und Josef Eham traten die Nürnberg Ice Tigers am Freitagabend bei den Dresdner Eislöwen an. Will Graber half in der Verteidigung aus, Evan Fitzpatrick bekam den Start im Tor. Nach zwei frühen Strafen gegen die Eislöwen spielten die Ice Tigers schnell in doppelter Überzahl, mehr als ein Direktschuss von Owen Headrick, den Janick Schwendener entschärfte, sprang aber nicht heraus (3.). Dennoch kontrollierten die Ice Tigers das Spiel von Beginn an, verpassten es aber, aus ihren Chancen Kapital zu schlagen. Greg Meireles scheiterte mit einem Zwei-auf-Eins-Konter an Schwendener (6.), Evan Barratt mit einem Alleingang (7.) und Charlie Gerard nach einem schönen Solo (8.). Die Ice Tigers drückten und gingen in der 12. Minute folgerichtig in Führung. Will Graber spielte hinter dem Dresdner Tor zu Cole Maier, der von dort nach vorne und Charlie Gerad lenkte den Puck freistehend zum 1:0 über die Linie. Austin Ortega hatte in der 14. Minute den Ausgleich für die Eislöwen auf dem Schläger, seinen Direktschuss parierte Fitzpatrick stark mit der Stockhand. Trotz 19 Torschüssen und deutlicher Überlegenheit blieb es nach 20 Minuten bei der knappen Führung.
Direkt nach Wiederbeginn hatte Evan Barratt das zweite Tor auf dem Schläger, traf von der linken Seite aber nur den Pfosten (21.). Dresden kam nun etwas besser ins Spiel und dachte, in der 26. Minute in Überzahl den Ausgleich erzielt zu haben, nach Studium des Videobeweises erkannten die Schiedsrichter aber eine Torhüterbehinderung (26.). In der 30. Minute setzten sich die Ice Tigers in der Offensive fest und hatten erneut Pech mit dem Torgestänge: Owen Headricks Direktschuss von der blauen Linie knallte an die Latte. Die nächste Strafe gegen die Ice Tigers nutzten die Eislöwen dann aber zum Ausgleich. Dane Fox war es, der Fitzpatrick mit einem satten Direktschuss vom rechten Bullypunkt aufs kurze Eck bezwang und zum 1:1 traf (32.). In einer hektischen Schlussphase des Mittelabschnitts bekamen beide Teams noch einige Strafen aufgebrummt, die jeweiligen Unterzahlformationen ließen bis zum Ende des Abschnitts aber nichts mehr zu.
Nach einem ausgeglichenen zweiten Drittel übernahmen die Ice Tigers zu Beginn des letzten Abschnitts wieder mehr die Initiative, Jake Ustorf (42.), Evan Barratt und Jakob Weber (45.) konnten Schwendener aber aus aussichtsreichen Positionen nicht überwinden. Dresden machte es in dieser Phase besser und nutzte seine Möglichkeiten. In der 48. Minute spielten die Eislöwen in Überzahl und Dane Fox verwandelte aus ähnlicher Position wie beim Ausgleich zum 2:1 für die Hausherren. Dresden hatte nun das nötige Selbstvertrauen und spielte einen Konter in der 50. Minute perfekt zum 3:1 aus: David Suvanto rückte mit auf, bekam einen Diagonalpass und traf aus dem Handgelenk perfekt in den Winkel. Die Ice Tigers gaben nicht auf und drehten die Partie innerhalb weniger Minuten komplett. Cole Maier sorgte im Nachschuss nach einem Versuch von Jake Ustorf erst für den 2:3-Anschlusstreffer (53.), dann hob er den Puck in Überzahl nach feiner Vorarbeit von Brett Murray aus kurzer Distanz perfekt zum 3:3-Ausgleich unter die Latte. Nürnberg drängte auf die Entscheidung in der regulären Spielzeit und wurde belohnt: Cole Maier schnappte sich den Puck in der Rundung, zog vors Tor und überwand Schwendener nach einer ganz starken Einzelaktion mit der Rückhand zur umjubelten 4:3-Führung für die Ice Tigers. In den letzten Sekunden passierte dann nichts mehr, die Ice Tigers brachten die Führung über die Zeit und durften sich am Ende über drei enorm wichtige Punkte freuen.
Foto: Julia Peter
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Dresdner Eislöwen | 0 | 1 | 2 | 3 |
| Nürnberg Ice Tigers | 1 | 0 | 3 | 4 |
Stimmen zum Spiel
Mitch O'Keefe (Nürnberg): Viele Special Teams heute, am Ende des Tages war es eine Achterbahnfahrt. Dresden hat gekämpft und uns vor große Probleme gestellt. Wir wollten eine Reaktion aufs Spiel am Mittwoch zeigen, im ersten Drittel sind wir gut rausgekommen, dann aber etwas vom Plan abgekommen. Ich muss den Hut vor meinen Jungs ziehen, dass sie nie aufgegeben und einen Weg gefunden haben, das Spiel noch zu drehen.
Gerry Fleming (Dresden): Es war ein Special-Teams-Spiel mit viel Zeit dort. Wenn man 3:1 führt und nur noch ein halbes Drittel zu spielen ist, sollte man das Spiel gewinnen. Wir haben dann aber zu viele Zweikämpfe verloren. Nürnberg hat nicht aufgegeben und uns unter Druck gesetzt. Da muss man geduldig spielen und die Nerven bewahren, das ist uns leider nicht gelungen.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 11:50 | Gerard | Maier | Graber | |
| 1:1 | 31:59 | Fox | LeBlanc | Andres | 5:4-Überzahl |
| 2:1 | 47:38 | Fox | Suvanto | 5:4-Überzahl | |
| 3:1 | 49:28 | Suvanto | Hendreschke | LeBlanc | |
| 3:2 | 52:25 | Maier | Ustorf | Gerard | |
| 3:3 | 55:09 | Maier | Murray | Barratt | 5:4-Überzahl |
| 4:3 | 59:30 | Maier | Heigl |
Strafen
| Dresdner Eislöwen | 12 Min |
| Nürnberg Ice Tigers | 12 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 4.576 |
| Schiedsrichter: | David Cespiva, Andreas Huber |
