Zum letzten Heimspiel der Hauptrunde 2025/26 kam mit den Fischtown Pinguins Bremerhaven ein potentieller Gegner für die 1. Playoff-Runde nach Nürnberg. Mit dem Bewusstsein, dass sie schon ab Dienstag wieder aufeinandertreffen könnten, lieferten sich die beiden Teams von Beginn an ein intensives, hart umkämpftes Duell auf Augenhöhe. Die erste Nürnberger Chance über Tyler Spezia aus der Mitte vereitelte Kristers Gudlevskis (4.), auf der anderen Seite war Evan Fitzpatrick gegen Maxim Rausch zur Stelle (7.). Kurz darauf kam Cole Maier am Ende eines Zwei-auf-Eins-Konters mit Samuel Dove-McFalls zur Riesenchance für die Ice Tigers, Gudlevskis rettete aber spektakulär mit der Fanghand (9.). Nürnberg dominierte, verpasste es aber, seine hochkarätigen Chancen in Tore umzuwandeln. Erneut Spezia scheiterte frei vor Gudlevskis und Roman Kechter traf im Nachschuss nur den Pfosten (10.). In der 15. Minute gingen die Ice Tigers schließlich in Führung, als Eugen Alanov den Puck zwischen Pfosten und Schoner Gudlevskis‘ über die Linie drückte – 1:0 für Nürnberg. Die Antwort der Gäste ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Fitzpatrick ließ einen Schuss von Phillip Bruggisser von der rechten Seite genau vor die Kelle von Miha Verlic abprallen, der sicher zum 1:1 abstaubte (16.).
Die Ice Tigers erwischten im Mittelabschnitt den besseren Start und gingen durch eine überragende Einzelleistung von Charlie Gerard erneut in Führung. Der Stürmer bekam die Scheibe auf der rechten Seite, fuhr Slalom an Freund und Feind vorbei und hob den Puck noch über Gudlevskis zum 2:1 unter die Latte (22.). Nürnberg setzte nach, spielte nach einem von Maxim Rausch provozierten Faustkampf in Überzahl und erhöhte auf 3:1. Roman Kechters Schussversuch wurde geblockt, Kechter spielte quer und Will Graber traf aus dem Handgelenk in den Winkel (26.). Wieder kam Bremerhaven allerdings schnell zurück. C.J. Smith verwandelte einen Abpraller, weil Julius Karrer kurz vor von Ziga Jeglic mit einem Crosscheck am Weg vors Tor gehindert wurde – nur noch 3:2 für Nürnberg (27.). Fünf Minuten später glich Christian Wejse die spektakuläre Partie nach einer stark abseitsverdächtigen Situation zum 3:3-Ausgleich aus (32.). In der 36. Minute kam Colt Conrad zu einem Alleingang, den Fitzpatrick aber entschärfte.
Nürnberg hatte im zweiten Drittel insgesamt deutlich mehr vom Spiel, benötigte aber einen weiteren Geniestreich, um früh im Schlussabschnitt erneut in Führung zu gehen. Will Graber bediente Charlie Gerard mit einem sensationellen Pass aus dem eigenen Drittel, Gerard lief alleine auf Gudlevskis zu und traf mit der Rückhand zum 4:3 (42.). Aber auch diesmal fanden die Norddeutschen einen Weg zurück ins Spiel. Miha Verlic wurde vor dem Tor sträflich allein gelassen, bekam einen Querpass und überwand Fitzpatrick halbhoch auf der Stockhandseite zum 4:4 (44.). Das Spiel ging hin und her, letztlich hatte Bremerhaven den entscheidenden Schlag auf seiner Seite: Nino Kinder gewann einen Zweikampf in der Rundung und bediente Matthew Abt, der aus dem Slot mit einem Direktschuss zum 4:5 erfolgreich war (51.). Die Ice Tigers probierten noch einmal alles, Bremerhaven ließ aber nichts mehr zu und traf mit dem vierten Torschuss im Schlussabschnitt zum dritten Mal: Nino Kinder sorgte mit seinem Treffer ins leere Nürnberger Tor für den 4:6-Endstand (59.).
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 1 | 2 | 1 | 4 |
| Fischtown Pinguins | 1 | 2 | 3 | 6 |
Stimmen zum Spiel
Alexander Sulzer (Bremerhaven): Das war ein unglaublich intensives, schnelles Spiel. Beide Teams haben aggressiv nach vorne gespielt. Nürnberg hat ein gutes Umschaltspiel, das wir größtenteils gut verteidigt haben. Das ein oder andere Tor mussten wir leider zulassen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass wir beim Gameplan geblieben sind und nach jedem Gegentor eine Antwort gefunden haben.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Das war ein hartes Spiel von beiden Seiten. Wir sind gut rausgekommen und haben über 60 Minuten gut gekämpft. Wir konnten sie auf 17 Schüsse begrenzen, haben aber ein paar entscheidende Fehler gemacht. Die Special Teams haben uns heute Momentum gegeben. Die Fehler können wir leicht abstellen, sie sollten zu dem Zeitpunkt aber nicht passieren.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 1:0 | 14:09 | Alanov | Weber | Kechter | |
| 1:1 | 15:13 | Verlic | Bruggisser | Hirose | |
| 2:1 | 21:43 | Gerard | Akdag | Weber | |
| 3:1 | 25:22 | Graber | Kechter | Headrick | 5:4-Überzahl |
| 3:2 | 26:30 | Smith | Bettahar | Conrad | |
| 3:3 | 31:48 | Wejse | Smith | Jensen | |
| 4:3 | 41:01 | Gerard | Graber | Akdag | |
| 4:4 | 43:44 | Verlic | Smith | Bruggisser | |
| 4:5 | 50:45 | Abt | Kinder | ||
| 4:6 | 58:02 | Kinder | ENG 5-6 |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 11 Min |
| Fischtown Pinguins | 15 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 7.672 (ausverkauft) |
| Schiedsrichter: | Marian Rohatsch, Sean MacFarlane |
