Mit gerade einmal drei kompletten Formationen mussten die Nürnberg Ice Tigers zum ersten Spiel nach der Länderspielpause gegen die Eisbären Berlin antreten. Die Eisbären, die in dieser Saison ebenfalls vom Verletzungspech gebeutelt sind, konnten hingegen ein komplettes Lineup aufbringen und machten dementsprechend von Beginn an viel Druck aufs Nürnberger Tor. Eine frühe Strafe gegen Jake Ustorf wegen Stockschlags nutzten die Eisbären nach 57 Sekunden zur Führung aus. Marcel Noebels war es, der mit einem verdeckten Handgelenkschuss vom rechten Bullykreis aufs kurze Eck erfolgreich war – 0:1 aus Nürnberger Sicht (4.). Die erste Chance für die Ice Tigers hatte Jake Ustorf, als er eine Hereingabe von Charlie Gerard gefährlich aufs Tor ablenkte und Jake Hildebrand die Schoner gerade noch rechtzeitig zusammenbrachte (7.). In der 12. Minute erhöhten die Eisbären dann auf 0:2. Leo Pföderl gewann ein Bully im Nürnberger Drittel, Ty Ronning schoss sofort und überwand Niklas Treutle auf der Stockhandseite. Die Nürnberger Antwort folgte nur 29 Sekunden später. Nach einem überragenden Pass von Thomas Heigl aus dem eigenen Drittel lief Charlie Gerard alleine aufs Berliner Tor zu und überwand Hildebrand mit der Rückhand flach zum 1:2-Anschlusstreffer (13.). Mit diesem Treffer fanden die Ice Tigers deutlich besser in die Partie und wurden in der 18. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Thomas Heigl fing einen Aufbaupass von Eric Mik ab, kam ins Drittel und bediente Samuel Dove-McFalls mit einem perfekten Pass in die Mitte – 2:2.
Kurz vor Ende des ersten Drittels bekam Berlins Stürmer Lean Bergmann vier Strafminuten, die Ice Tigers nahmen das Powerplay mit ins zweite Drittel und nutzten dieses in der 24. Minute zum 3:2-Führungstreffer. Evan Barratt kreuzte an der blauen Linie mit Cody Haiskanen und schoss halbhoch aus dem Handgelenk und Brett Murray fälschte vor dem Tor unhaltbar für Hildebrand ab. Tyler Spezia hatte kurz darauf die nächste Möglichkeit für die Ice Tigers, sein Schuss wurde aber im letzten Moment geblockt (25.). Die Ice Tigers nahmen in der Folge zwei Strafen, vor allem im zweiten Unterzahlspiel wurde es brandgefährlich. Ty Ronning scheiterte von der blauen Linie an Niklas Treutle (34.), Liam Kirk traf von der rechten Seite aus spitzem Winkel nur den Pfosten (35.). Kurz nach Ablauf der Strafe lenkte Andreas Eder einen Querpass von Les Lancaster gefährlich aufs Tor, wieder hielt Treutle stark (35.). In der 38. Minute kamen die Ice Tigers zur Riesenchance aufs vierte Tor, Tyler Spezia verfehlte das Tor am Ende eines Zwei-auf-Null-Konters mit Marcus Weber aber knapp. Die verpasste Chance sollte sich rächen, 54 Sekunden vor Drittelende jagte Eric Mik einen Direktschuss vom rechten Bullypunkt zum 3:3-Ausgleich für Berlin in den Winkel (40.).
Auch im letzten Drittel lieferten sich die beiden Teams einen temporeichen Schlagabtausch auf hohem Niveau. Ty Ronning hatte mit einem Alleingang in der 44. Minute die Berliner Führung auf dem Schläger, Niklas Treutle spitzelte den Puck aber mit der Kelle weg. Als Julius Karrer in der 49. Minute auf der Strafbank saß, kamen die Ice Tigers ihrerseits zu einem Alleingang: Greg Meireles lief auf und davon, scheiterte aber an Hildebrands Fanghand. In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse. In der 58. Minute gingen die Ice Tigers in Führung, als Evan Barratt eine großartige Vorarbeit von Brett Murray mit einem Direktschuss ins kurze Eck vergoldete – 4:3 für Nürnberg. Die Eisbären nahmen knapp zwei Minuten vor Ende ihren Torhüter vom Eis, Josef Eham verpasste aus der neutralen Zone nur knapp das leere Tor. Dann checkte Jonas Müller Nürnbergs Tyler Spezia erst in die Bande und verhakte sich dann mit seinem Gegenspieler, das Spiel lief zur Überraschung der Nürnberger Fans weiter, die Eisbären nutzten das Chaos und glichen durch Ty Ronning 61 Sekunden vor der Sirene aus (59.).
Das Spiel ging in die Verlängerung, in der die Ice Tigers in Überzahl große Chancen zur Entscheidung hatten und acht Torschüsse abfeuerten, aber an Jake Hildebrand scheiterten. So musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Für Nürnberg traf nur Tyler Spezia, für Berlin waren Ty Ronning und Liam Kirk erfolgreich, so dass der glückliche Zusatzpunkt in die Hauptstadt ging.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | OT | PS | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 2 | 1 | 1 | 0 | 0 | 4 |
| Eisbären Berlin | 2 | 1 | 1 | 0 | 1 | 5 n.P. |
Stimmen zum Spiel
Serge Aubin (Berlin): Wir nehmen die zwei Punkte, aber es war definitiv eine schwierige Aufgabe. Wir hatten einen guten Start und haben mit Geschwindigkeit gespielt. Die zwei Gegentore nach der Führung haben uns weh getan. Danach war es ein anderes Spiel. Nürnberg hat dann extrem viel Druck aufgebaut und wir hatten dafür keine Antwort. Das späte Gegentor war schwer zu verdauen, aber meine Jungs haben nicht aufgegeben und eine Lösung gefunden. Das Spiel heute sollte eine Lehrstunde für uns sein.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Das war ein unglaubliches Spiel für beide Seiten. Beide Teams haben extrem hart gearbeitet. Unser Start war nicht so gut. Berlin war bereit, aber unsere Jungs haben Charakter gezeigt und sich zurückgekämpft. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Am Ende ist uns das Spiel ein bisschen aus den Händen geglitten, nachdem die Emotionen hochgekocht sind. Wir müssen unsere Emotionen kontrollieren, wenn solche Dinge passieren. Zumindest haben wir einen Punkt bekommen.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 03:50 | Noebels | Lancaster | Byron | 5:4-Überzahl |
| 0:2 | 11:39 | Ronning | Pföderl | ||
| 1:2 | 12:08 | Gerard | Heigl | Treutke | |
| 2:2 | 17:22 | Dove-McFalls | Heigl | ||
| 3:2 | 23:06 | Murray | Barratt | Haiskanen | 5:4-Überzahl |
| 3:3 | 39:06 | Mik | Tiffels | Pföderl | |
| 4:3 | 57:12 | Barratt | Murray | Meireles | |
| 4:4 | 58:59 | Ronning | Kirk | Veilleux | EA 6:5 |
| 4:5 | 65:00 | Kirk | Penalty |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 14 Min |
| Eisbären Berlin | 16 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 7.672 (ausverkauft) |
| Schiedsrichter: | Sean MacFarlane, Achim Moosberger |
