Nach dem Derbysieg in Augsburg wollten die Nürnberg Ice Tigers am Sonntagnachmittag im nächsten Derby die zehn Spiele andauernde Siegesserie des ERC Ingolstadt stoppen. Eugen Alanov kehrte nach sechswöchiger Verletzungspause ins Team zurück, so dass die Ice Tigers zum ersten Mal seit einiger Zeit immerhin elf Stürmer aufbieten konnten. Nürnberg erwischte einen Start nach Maß und ging nach 62 Sekunden in Führung: Evan Barratt gewann ein Bully im Angriffsdrittel, Jake Ustorf schoss aus dem Handgelenk und Brett Murray lenkte den Puck unhaltbar zum 1:0 in den Winkel. Beide Teams drückten von Beginn an aufs Gaspedal und tauschten Chancen beinahe im Sekundentakt aus. Nach fünf Minuten war Niklas Treutle zum ersten Mal gefragt, als er eine Kontermöglichkeit für Austen Keating entschärfte. Charlie Gerard scheiterte nach einer schönen Kombination an der Fanghand Brett Brochus (7.), auf der anderen Seite glich Ingolstadt die Partie mit seiner nächsten Chance aus. Riley Barber schoss von der blauen Linie und Kenny Agostino hielt vor dem Tor die Kelle rein – 1:1 (8.). In Überzahl hatten Evan Barratt und Tyler Spezia (10.) die Chancen zur Führung für die Ice Tigers, konnten Brochu aber nicht überwinden. In der 15. Minute ging Ingolstadt dann zum ersten Mal in Führung, als Daniel Schmölz nach einem feinen Zuspiel von Riley Barber alleine aufs Tor zulief und Treutle mit der Rückhand keine Chance ließ – 1:2 aus Nürnberger Sicht.
Die Antwort der Ice Tigers ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nach exakt 16 gespielten Minuten glich Josef Eham ein hochklassiges Spiel zum 2:2 aus. Owen Headrick hielt den Puck im Drittel und spielte tief hinters Tor, Greg Meireles von dort nach vorne und Eham verwandelte einen Direktschuss ins lange Eck. Ingolstadt hatte mit einem Alleingang über Austen Keating in Unterzahl die Riesenchance zur Führung nach dem ersten Drittel, Treutle reagierte aber stark (18.). Zu Beginn des Mittelabschnitts hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel, Treutle war gegen Austen Keating am langen Pfosten erneut gefragt (21.). Ingolstadt machte weiter Druck und ging in der 25. Minute mit 2:3 in Führung. Ein Rückhandschuss von Myles Powell aus dem Slot blieb vor dem Tor hängen, Abbott Girduckis setzte nach und Powell drückte den Puck schließlich aus spitzem Winkel über die Linie. Es dauerte ein wenig, bis die Ice Tigers im zweiten Drittel ankamen, dann aber hatte Tyler Spezia eine Doppelchance (28.) und Owen Headrick schoss aus dem hohen Slot knapp am Tor vorbei (28.). Nach dem Powerbreak wechselte das Momentum wieder auf die Seite der Schanzer, die über Alex Breton (33.), Leon Hüttl (34.) und wieder einmal Daniel Schmölz (35.) am starken Niklas Treutle scheiterten. Weil Evan Barratt mit einer Konterchance Sekunden vor Drittelende nicht erfolgreich war, blieb es nach 40 Minuten beim 2:3 aus Sicht der Ice Tigers.
Die Ice Tigers starteten mit viel Energie ins letzte Drittel und hatten direkt zwei gute Möglichkeiten: Owen Headrick zog über die rechte Seite vors Tor und scheiterte mit einem Schuss aufs kurze Eck an Brochu (42.), dann spielte Thomas Heigl den Abpraller nach seinem eigenen Schuss quer an den langen Pfosten und Charlie Gerard schoss sofort, Brochu war geschlagen, aber Morgan Ellis verhinderte den sicher geglaubten Ausgleich für Nürnberg (44.). Als Abbott Girduckis für Ingostadt auf der Strafbank saß, kamen die Ice Tigers aber zum 3:3-Ausgleich. Am Ende einer schnellen Kombination über Tyler Spezia und Brett Murray kam Greg Meireles am rechten Bullykreis zum Abschluss und jagte einen Direktschuss ins lange Eck (44.). Das Spiel ging in der Folge wieder temporeich hin und her, Riley Barber traf aus dem hohen Slot das Nürnberger Torgestänge (48.) und Brett Murray scheiterte an Brochu (52.). In der 54. Minute hatte Ingolstadt dann den letztlich entscheidenden Sonntagsschuss auf seiner Seite: Peter Abbandonato schoss aus spitzem Winkel aufs kurze Eck und die Scheibe rutschte irgendwie zum 3:4 durch. Die Ice Tigers probierten in der Schlussphase noch einmal alles, wurden aber nicht mehr belohnt und Kenny Agostino drückte den Puck praktisch mit der Schlusssirene zum 3:5 ins leere Nürnberger Tor.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 2 | 0 | 1 | 3 |
| ERC Ingolstadt | 2 | 1 | 2 | 5 |
Stimmen zum Spiel
Mark French (Ingolstadt): Das war eine besondere Atmosphäre heute. Beide Teams haben hart und sehr gut gespielt und waren von Beginn an bereit. Unsere ersten zwei Drittel waren sehr gut, im letzten Drittel hat Nürnberg viel Druck gemacht und das Spiel ausgeglichen. Uns ist dann der Führungstreffer gelungen, danach mussten wir noch einige heikle Momente überstehen. Beide Torhüter haben heute gut gespielt, das war ein gutes Spiel von beiden Seiten.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Wenn man gegen das beste Team der Liga spielt, muss man ein wenig besser starten. Mitte des zweiten Drittels haben wir unsere Beine und zu unserem Spiel gefunden. Unsere Special-Teams haben gut funktioniert, uns war wichtig, dieses Duell heute zu gewinnen. Am Ende des Tages konnten wir einfach eine Chance weniger nutzen als Ingolstadt. Ich bin stolz auf den Einsatz heute.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 1:0 | 01:02 | Murray | Ustorf | Barratt | |
| 1:1 | 07:40 | Agostino | Barber | Hüttl | |
| 1:2 | 14:43 | Schmölz | Barber | ||
| 2:2 | 16:00 | Eham | Meireles | Headrick | |
| 2:3 | 24:16 | Powell | Girduckis | Spornberger | |
| 3:3 | 43:31 | Meireles | Murray | Spezia | 5:4-Überzahl |
| 3:4 | 53:44 | Abbandonato | Schmölz | ||
| 3:5 | 59:59 | Agostino | Schmölz | Powell | Empty-Net-Goal |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 2 Min |
| ERC Ingolstadt | 8 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 7.083 |
| Schiedsrichter: | Marian Rohatsch, Kilian Hinterdobler |
