Ohne den verletzten Evan Barratt und den bei seiner hochschwangeren Frau weilenden Marcus Weber gingen die Nürnberg Ice Tigers am Mittwochabend ins fünfte Spiel der Viertelfinalserie beim ERC Ingolstadt. Das Spiel begann mit einer frühen Strafe gegen Ingolstadt, die ersten Schüsse von Samuel Dove-McFalls (2.) und Hayden Shaw (3.) konnte Christian Heljanko aber parieren. Ingolstadt hatte seine erste Chance mit einem abgefälschten Handgelenkschuss von Philipp Preto von der blauen Linie, Hungerecker brachte die Schoner rechtzeitig zusammen (6.). Bei Ingolstädter Überzahl konnte Hungerecker einen Schuss von Riley Sheen mit der Stockhand abwehren (8.) und war auch bei der nächsten Gelegenheit für Austen Keating von der linken Seite zur Stelle (12.). In der 13. Minute bekam Hauptschiedsrichter André Schrader einen Puck ins Gesicht und konnte die Partie fortsetzen, fortan leitete Christopher Schadewaldt das Spiel in alleiniger Verantwortung. Im Vergleich zu den ersten Spielen der Serie war das erste Drittel von Spiel 5 vergleichsweise unspektakulär, Ingolstadt hatte gegen Ende der ersten 20 Minuten aber leichte Vorteile. Am Ende eines schnellen Angriffs aus dem eigenen Drittel heraus lenkte Daniel Schmölz eine Hereingabe von der linken Seite übers Tor (17.). Wenige Sekunden vor der Sirene wurde Will Graber im hohen Slot mustergültig freigespielt und kam gefährlich zum Abschluss, schoss aber knapp am Ingolstädter Tor vorbei (20.).
Der Mittelabschnitt begann deutlich aufregender, schon nach 23 Sekunden landete der Abpraller nach einem Schuss von Will Graber am Pfosten (21.). Die Ice Tigers setzen nach und gingen 24 Sekunden später in Führung. Hayden Shaw spielte den Puck von hinter dem Tor nach vorne, Charlie Gerard zwang Heljanko zum Abpraller, den Shaw zur 1:0-Führung über die Linie drückte (21.). Nürnberg setzte nach, Cole Maier und Charlie Gerard vergaben hochkarätige Möglichkeiten aus kurzer Distanz (22.). Kurz darauf kam Ingolstadt dann zum Ausgleich, als Johannes Krauß über die rechte Seite vors Tor zog und ins lange Eck traf (23.). Die Antwort der Ice Tigers ließ allerdings nicht lange auf sich warten, Cole Maier fälschte einen satten Direktschuss von Constantin Braun von der blauen Linie unhaltbar zum 2:1 für Nürnberg ab (25.). Aber auch Ingolstadt ließ sich nicht lange bitten und glich in der 28. Minute erneut aus: Mat Bodie spielte den Puck von hinter dem Tor nach vorne, Wojciech Stachowiak verpasste zunächst, schoss Hungerecker dann aber von hinter dem Tor an und traf zum 2:2. Keine Minute später musste Eugen Alanov nach einem sehr unglücklichen und als Kniecheck interpretierten Foul gegen Daniel Pietta mit einer Spieldauer vom Eis. Die fünfminütige Unterzahlsituation überstanden die Ice Tigers mit Bravour, mussten 38 Sekunden vor Drittelende aber das 2:3 hinnehmen, als Leon Hüttl von der blauen Linie komplett verdeckt aus dem Handgelenk traf (40.).
Zu Beginn des letzten Drittels hatte Ingolstadt mehr Scheibenkontrolle und ließ die Ice Tigers zunächst nicht in die Offensive kommen. Erst als Mat Bodie in der 46. Minute auf der Strafbank saß, kamen die Ice Tigers gefährlich ins Angriffsdrittel. Will Graber schoss von der rechten Seite aufs kurze Eck, Heljanko hielt den Puck sicher mit der Fanghand. Mit zunehmender Spielzeit entfachten die Ice Tigers mehr Druck, Sam Dove-McFalls schoss nach einem Zuspiel von Will Graber aufs kurze Eck, Heljanko parierte aber mit der Stockhand (52.). In der 53. Minute erhöhte Ingolstadt dann allerdings auf 4:2. Mat Bodie spielte an der blauen Linie quer und Leon Hüttl traf von dort aus dem Handgelenk unter die Latte. Die Ice Tigers gaben aber nicht auf und verkürzte in Überzahl in der 54. Minute noch einmal auf 3:4. Ryan Stoa spielte quer in den hohen Slot, Cole Maier zwang Heljanko zum Abpraller und Constantin Braun drückte den Puck über die Linie. Gut fünf Minuten vor Schluss hatten die Ice Tigers nach einem hohen Stock von Kenny Agostino die große Chance, die Partie auszugleichen, allerdings musste Ryan Stoa nach einem Stockschlag ebenfalls auf die Strafbank. Bei je vier Spielern auf dem Eis besorgte Wayne Simpson im Nachschuss aus spitzem Winkel schließlich den 5:3-Endstand für Ingolstadt (57.).
Ingolstadt sicherte sich durch den Sieg den ersten Matchpuck, für die Ice Tigers geht es nun im Heimspiel am Freitag darum, die Serie für ein Entscheidungsspiel noch einmal nach Ingolstadt zu bringen.
Foto: Johannes Traub
1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
ERC Ingolstadt | 0 | 3 | 2 | 5 |
Nürnberg Ice Tigers | 0 | 2 | 1 | 3 |
Stimmen zum Spiel
Mitch O'Keefe (Nürnberg): Ein weiteres enges Spiel wie die gesamte Serie über. Unser Unterzahlspiel hat gut funktioniert, das Spiel haben wir in den Zweikämpfen an der Bande verloren, da hatte Ingolstadt mehr Intensität. Wir geben nicht auf und kämpfen bis zum Schluss. Am Freitag gehen wir es wieder Wechsel für Wechsel an.
Mark French (Ingolstadt): Wir hatten heute einen guten Start ins Spiel, obwohl wir nicht dafür belohnt wurden. In den ersten Minuten des zweiten Drittels war Nürnberg sehr stark, aber wir haben immer die Antwort gefunden. Das dritte Tor kurz vor Ende des Drittels war wichtig. Es war nicht ideal, Teile von vier Minuten in der Schlussphase in Unterzahl überstehen mussten, aber wir haben einen Weg gefunden.
Tore
Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
0:1 | 20:47 | Shaw | Dove-McFalls | McKenna | |
1:1 | 22:02 | J. Krauß | Dunham | Hüttl | |
1:2 | 24:43 | Maier | Braun | Gerard | |
2:2 | 27:21 | Stachowiak | Bodie | Schmölz | |
3:2 | 39:22 | Hüttl | Breton | Stachowiak | |
4:2 | 52:46 | Hüttl | Bodie | Sheen | |
4:3 | 53:43 | Braun | Maier | Stoa | 5:4-Überzahl |
5:3 | 56:24 | Simpson | Breton | Powell |
Strafen
ERC Ingolstadt | 14 Min |
Nürnberg Ice Tigers | 15 Min + Spieldauer (Alanov) |
Allgemeine Informationen
Zuschauerzahl: | 4.815 (ausverkauft) |
Schiedsrichter: | André Schrader, Christopher Schadewaldt |