Ohne den gesperrten Samuel Dove-McFalls und damit wieder nur mit neun Stürmern traten die Nürnberg Ice Tigers am Sonntagnachmittag gegen die Löwen Frankfurt an. Die Ice Tigers drückten trotz der langen Heimfahrt aus Bremerhaven von Beginn an aufs Gaspedal und kreierten Chance um Chance. Tyler Spezia (3.) und Charlie Gerard (4.) prüften Mirko Pantkowski früh in Überzahl, Owen Headricks Schuss von der rechten Seite parierte der Frankfurter Torhüter gerade noch mit der Stockhand (6.). Nürnberg setzte nach und ging folgerichtig in Führung: Jake Ustorf fing einen Aufbaupass der Löwen in deren Drittel ab und spielte tief vors Tor, Brett Murray fing die Scheibe ab und hob sie mit der Rückhand perfekt zum 1:0 unter die Latte (8.). Von Frankfurt war weiterhin wenig zu sehen, erste Möglichkeiten über Chris Wilkie (9.) und Maksim Mathushkin (13.) entschärfte Niklas Treutle. Nürnberg dominierte das Spielgeschehen im ersten Drittel und hatte Pech, als Evan Barratt in Überzahl mit einem Nachschuss nur den Pfosten traf (17.). Kurz vor Drittelende bewahrte Mirko Pantkowski sein Team mit einer starken Reaktion gegen den freistehenden Brett Murray vor einem deutlicheren Rückstand (20.).
Das zweite Nürnberger Tor war zu diesem Zeitpunkt längst überfällig und fiel nach 93 Sekunden im Mittelabschnitt: Timo Bakos brachte den Puck bei einem schnellen Angriff ins Frankfurter Drittel und legte ab zu Greg Meireles. Meireles bediente Cody Haiskanen im hohen Slot, Haiskanen spielte noch einmal quer und Tyler Spezia jagte einen Direktschuss aus spitzem Winkel zum 2:0 ins Tor (22.). Immer wieder setzten sich die Ice Tigers im Frankfurter Drittel fest und setzten die Löwen unter Druck. In der Defensive agierten sie konsequent und schalteten blitzschnell um. So auch in der 28. Minute, als Marcus Weber aus dem eigenen Drittel weit in die neutrale Zone spielte, Tyler Spezia den Puck wunderbar mitnahm und einen Zwei-auf-Null-Konter nach einem Doppelpass mit Timo Bakos zum 3:0 verwertete. Frankfurt kam erst danach etwas besser in die Partie, Niklas Treutle reagierte gegen Jakob Lilja bei einem Zwei-auf-Eins-Konter überragend mit der Stockhand (31.) und hielt einen Schlagschuss von Michael Joyaux fest (34.).
Die Ice Tigers machten es besser und erhöhten in der 39. Minute sogar auf 4:0. Diesmal war es Evan Barratt, der durch die Mitte vors Tor zog und Pantkowski mit der Rückhand überwand. In dieser Szene stürzte ein Frankfurter Fan im Gästeblock die Treppe herunter und musste notfallmedizinisch versorgt werden. Die Fans beider Mannschaften verzichteten in der Folge auf lautstarke Unterstützung. Der Start ins letzte Drittel verzögerte sich, bis die Person – glücklicherweise ansprechbar und außer Lebensgefahr – ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Auf dem Eis erwischten die Löwen nach der langen Pause den besseren Start und verkürzten erst durch Maksim Matushkin per Nachschuss (45.) und dann durch Ryan McKiernan mit einem Abfälscher (53.) auf 4:2. Mehr ließen die Ice Tigers aber nicht mehr zu, in der Schlussphase sorgte Jakob Weber mit einem Schuss ins leere Frankfurter Tor für den verdienten 5:2-Endstand.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 1 | 3 | 1 | 5 |
| Löwen Frankfurt | 0 | 0 | 2 | 2 |
Stimmen zum Spiel
Tom Pokel (Frankfurt): Nürnberg hat verdient gewonnen. Wir haben den Scoutingbericht wahrgenommen und gesehen, was sie in Bremerhaven gemacht haben. Leider haben sie gegen uns das gemacht, was wir gegen sie machen wollten. Wir streben nach konstanten Leistungen. Das war ein schwieriges erstes Drittel. Unser Schlüsselwort ist Puckmanagement. Nürnberg hat den Puck beim ersten und zweiten Tor abgefangen. So war es beim vierten Gegentor auch. Im letzten Drittel haben wir eher das gespielt, was wir spielen wollen. Wenn die Scheibe läuft und wir geradlinig spielen, haben wir mehr Torchancen. Nürnberg hat uns gezeigt, wie es gemacht werden muss.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Ich bin sehr stolz darauf, wie wir heute und am Freitag aufgetreten sind. Die ersten beiden Drittel waren mit die besten von uns, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Das Powerplay hat uns sehr viel Momentum gegeben und ihr Torhüter hatte einige wichtige Saves. Aber auch Niklas Treutle hatte im Spielverlauf sehr gute Saves. Im letzten Drittel konnten wir bei der Frankfurter Intensität nicht mithalten. Ich hoffe, dass es dem Fan, der auf den Rängen verunglückt ist, bald wieder besser geht.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 1:0 | 07:24 | Murray | Ustorf | ||
| 2:0 | 21:33 | Spezia | Haiskanen | Meireles | |
| 3:0 | 27:40 | Spezia | Bakos | Weber | |
| 4:0 | 38:23 | Barratt | Ustorf | ||
| 4:1 | 44:41 | Matushkin | Dunham | Brace | |
| 4:2 | 52:58 | McKiernan | Kose | ||
| 5:2 | 58:16 | J. Weber | Meireles |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 2 Min |
| Löwen Frankfurt | 4 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 6.023 |
| Schiedsrichter: | Roman Gofman, Andreas Huber |
