Zum Auswärtsspiel in Bremerhaven kehrte mit Timo Bakos immerhin ein lange verletzter Stürmer ins Team der Nürnberg Ice Tigers zurück. Die Pinguins erwischten allerdings einen Start nach Maß und gingen bereits nach 16 gespielten Sekunden in Führung. Josef Eham blockte einen Schuss von Maxim Rausch von der blauen Linie, der Puck ging direkt zu Akito Hirose. Hirose schoss aus dem Handgelenk, der Puck wurde von Tyler Spezias Schläger abgefälscht und landete genau im Winkel – 1:0 für Bremerhaven. Die Ice Tigers fanden allerdings schnell die passende Antwort und glichen die Partie nur 79 Sekunden später aus. Evan Barratt konterte über die linke Seite und legte ab zu Jake Ustorf, der Julius Hudacek mit einem Direktschuss zum Abpraller zwang, den Ustorf selbst mit der Rückhand zum 1:1 verwandelte (2.). Die beiden Treffer waren der Auftakt für ein wildes erstes Drittel mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Eine davon nutzten die Ice Tigers in der 9. Minute zur 2:1-Führung. Thomas Heigl kam über die rechte Seite, ließ Ludwig Byström aussteigen und spielte diagonal zu Charlie Gerard, der Hudacek mit einem flachen Schuss durch die Schoner überwand. Diesmal hatte allerdings Bremerhaven die schnelle Antwort parat: Andy Miele bediente den mitgelaufenen Ludwig Byström mit einem Pass in die Mitte, Byström war zu frei und hob den Puck perfekt zum 2:2 unter die Latte (10.).
In der Folge hatten beide Teams gute Gelegenheiten, Ross Mauermann scheiterte mit einem Alleingang für Bremerhaven (18.). Nach einem Scheibenverlust der Ice Tigers im Offensivdrittel konterte Bremerhaven kurz darauf erneut, Treutle wehrte einen Alleingang von Bennet Roßmy ab, war dann aber machtlos, als der Puck von der blauen Linie an Jakob Webers Schlittschuhen hängenblieb und Andy Miele zum 3:2 für Bremerhaven abstaubte (19.). Nach einer späten Strafe gegen Nico Krämmer nahmen die Ice Tigers ein Überzahlspiel mit ins zweite Drittel und nutzten dieses nach 65 gespielten Sekunden im Mittelabschnitt eiskalt aus. Evan Barratt legte an der Bande ab zur blauen Linie zu Owen Headrick, der Brett Murray mit einem harten, flachen Pass so gut bediente, dass Murray die Scheibe mitnehmen und mit der Rückhand im Tor unterbringen konnte – 3:3 (22.). Das Spiel wurde von beiden Teams nun deutlich kontrollierter geführt, beide Mannschaften versuchten, die schnellen Angriffe ihres Gegners zu unterbinden. Das gelang über weite Strecken auch gut, erst in der 29. Minute wurde es vor dem Nürnberger Tor gefährlich, als Bennet Roßmy eine Hereingabe aufs Nürnberger Tor lenkte und an Treutle scheiterte. Auf der anderen Seite blieben die Ice Tigers gefährlich und nutzten ihre nächste gute Gelegenheit zum 4:3 aus. Tyler Spezia bediente Charlie Gerard in der neutralen Zone, der kam mit Tempo über die linke Seite und spielte mit der Rückhand punktgenau quer vors Tor, wo der mitgelaufene Owen Headrick vollendete. In der 38. Minute mussten die ohnehin dezimierten Ice Tigers einen weiteren personellen Rückschlag hinnehmen, als Samuel Dove-McFalls wegen eines Crosschecks mit einer Spieldauer vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.
Die Ice Tigers machten ihre Sache in der langen Unterzahlsituation aber stark und hatten praktisch mit der Drittelsirene über Tyler Spezia die große Chance zum fünften Tor. Spezia lief alleine aufs Bremerhavener Tor zu und traf nur den Pfosten (40.). Die Hälfte der fünf Minuten in Überzahl nahmen die Pinguins mit in den Schlussabschnitt, die Ice Tigers konnten sich aber auf Niklas Treutle und ihre Defensive verlassen und überstanden die kritische Phase schadlos. In der 45. Minute jubelte Bremerhaven über einen vermeintlichen Treffer, Max Görtz hatte zuvor aber im Torraum Kontakt mit Niklas Treutles Schlittschuh, weshalb das Tor nicht anerkannt wurde. Die Ice Tigers lauerten auf ihre Chance und bekamen diese in der 49. Minute in Überzahl. Tyler Spezia scheiterte noch an Hudacek, dann übernahm Evan Barratt, zog von hinter dem Tor nach vorne und bediente Owen Headrick, der einen Direktschuss zum 5:3 in den Winkel hämmerte. Bremerhaven machte anschließend Druck, die Ice Tigers brachten den Puck aber immer wieder kontrolliert aus dem eigenen Drittel. Erst in der 54. Minute konnten die Pinguins durch Miha Verlic aus kurzer Distanz noch einmal verkürzen – nur noch 5:4 für die Ice Tigers. Mehr passierte dann aber nicht mehr, Nürnberg verteidigte die Führung geschickt und fuhr am Ende einer unglaublichen Willens- und Energieleistung einen verdienten Auswärtssieg ein.
Foto: Jasmin Wagner
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Fischtown Pinguins | 3 | 0 | 1 | 4 |
| Nürnberg Ice Tigers | 2 | 2 | 1 | 5 |
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 1:0 | 00:16 | Hirose | Rausch | ||
| 1:1 | 01:35 | Ustorf | Barratt | ||
| 1:2 | 08:19 | Gerard | Heigl | Dove-McFalls | |
| 2:2 | 09:55 | Byström | Miele | Krämmer | |
| 3:2 | 18:37 | Miele | Hirose | Krämmer | |
| 3:3 | 21:05 | Murray | Barratt | Headrick | 5:4-Überzahl |
| 3:4 | 32:09 | Headrick | Gerard | Spezia | |
| 3:5 | 48:42 | Headrick | Barratt | Meireles | 5:4-Überzahl |
| 4:5 | 53:57 | Verlic | Urbas | Byström |
Strafen
| Fischtown Pinguins | 4 Min |
| Nürnberg Ice Tigers | 7 Min + 20 Min (Dove-McFalls) |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 4.647 |
| Schiedsrichter: | Andris Ansons, Bastian Steingroß |
