Saisonverlängerung oder Sommerpause: Am Freitagabend mussten die Nürnberg Ice Tigers ihr Heimspiel gegen Bremerhaven gewinnen, um ein Entscheidungsspiel im hohen Norden zu erzwingen. Jakob Weber verpasste das Spiel verletzungsbedingt, für ihn kam Justus Böttner zurück in die Mannschaft. Bremerhaven startete mit dem Selbstvertrauen des ersten Sieges und hatte die erste gute Chance, Niklas Treutle war gegen Matthew Abts Schuss von der blauen Linie mit der Fanghand zur Stelle (2.). Die erste Nürnberger Möglichkeit hatte Owen Headrick ebenfalls von der blauen Linie, er schoss knapp am langen Pfosten vorbei (4.). In der 5. Minute zog Cody Haiskanen gefährlich vors Tor und verpasste ebenfalls knapp, dann konterte Bremerhaven über Andy Miele, der im letzten Moment am Abschluss gehindert werden konnte. Als Will Graber in der 12. Minute wegen eines Crosschecks auf der Strafbank saß, gingen die Gäste mit einem perfekten Spielzug in Führung. Miele spielte tief zu C.J. Smith, der aus der Drehung an den langen Pfosten und Christian Wejse verwandelte einen Direktschuss zum 0:1 unter die Latte. Tyler Spezia hatte mit einem Zwei-auf-Eins-Konter mit Evan Barratt die Riesenchance zum Ausgleich, scheiterte aber an Gudlevskis‘ Schoner (13.). In der 15. Minute gelang den Ice Tigers aus dem Nichts heraus trotzdem das 1:1. Marcus Weber lupfte den Puck auf Höhe der Mittellinie tief vors Tor, Gudlevskis bekam den springenden Puck an die Ausrüstung und beförderte ihn selbst über die Linie.
Die Freude über den Ausgleich währte aber nicht lange, Bremerhaven fand nach nur zwei Minuten die passende Antwort und profitierte dabei von einem Stellungsfehler der Ice Tigers im eigenen Drittel. Maxim Rausch spielte von der blauen Linie flach vors Tor, C.J. Smith stand völlig frei, fälschte ab und verwertete den Abpraller zum 1:2 für Bremerhaven (17.). Zum Ende des Drittels spielten die Ice Tigers in Überzahl und scheiterten reihenweise aus besten Schusspositionen am – abgesehen vom Ausgleichstor – überragenden Kristers Gudlevskis. Cole Maier alleine hatte zwei dicke Möglichkeiten, konnte Gudlevskis aber nicht überwinden (20.). Die Pinguins überstanden die zwei Minuten und erwischten im Mittelabschnitt den besseren Start. Wieder war es ein individueller Stellungsfehler im eigenen Drittel, der eiskalt bestraft wurde: Phillip Bruggisser hatte an der blauen Linie zu viel Zeit und jagte einen Schlagschuss genau in den Winkel der Stockhandseite Treutles – 1:3 aus Nürnberger Sicht (22.). Roman Kechter hatte kurz darauf den Anschlusstreffer aus dem Schläger, schoss aber genauso knapp am Tor vorbei (23.) wie Charlie Gerard (26.). Danach hatten die abgeklärten Pinguins die besseren Möglichkeiten, Andy Miele traf am Ende eines langen Wechsels im Nürnberger Drittel nur den Pfosten (29.). Den Ice Tigers fehlte gegen die strukturierte Defensive der Gäste die Durchschlagskraft, einzig Samuel Dove-McFalls kam mit einem Bauerntrick noch einmal zu einer guten Gelegenheit, scheiterte aber an Gudlevskis (35.).
Zum letzten Drittel stellte Mitch O’Keefe die Sturmreihen um und sorgte damit noch einmal für einen frischen Impuls. Brett Murray konterte kurz nach Wiederbeginn mit Evan Barratt, das Zuspiel war dann aber etwas zu ungenau (41.). Kurz darauf spielte Cody Haiskanen von der rechten Seite quer vors Tor, Cole Maier hielt den Schläger rein und lenkte den Puck knapp am Tor vorbei (42.). Maier war auch an der nächsten Szene beteiligt, diesmal spielte er aus der Rundung in den Slot, Tyler Spezia stand völlig frei und schoss mit der Rückhand knapp übers Tor (46.). Die Ice Tigers waren nun drückend überlegen und schnürten Bremerhaven im eigenen Drittel ein, Samuel Dove-McFalls kam zum Abschluss und schoss aus dem hohen Slot hauchdünn vorbei (49.). Als Nicholas B. Jensen in der 55. Minute auf der Strafbank saß, kamen die Ice Tigers noch einmal ins Spiel zurück. Evan Barratt spielte von der rechten Seite quer, Owen Headrick zwang Gudlevskis zum Abpraller und Sam Dove-McFalls staubte zum 2:3 ab. Nürnberg drängte auf den Ausgleich und warf alles nach vorne, 50 Sekunden vor Schluss kam Sam Dove-McFalls noch einmal freistehend zum Abschluss, verfehlte aber um wenige Zentimeter. Bremerhaven brachte die knappe Führung über die Zeit und gewann die kurze Serie am Ende mit 2:0, während die Saison für die Ice Tigers beendet ist.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 1 | 0 | 1 | 2 |
| Fischtown Pinguins Bremerhaven | 2 | 1 | 0 | 3 |
Stimmen zum Spiel
Alexander Sulzer (Bremerhaven): Ich denke, dass wir über 60 Minuten ein konzentriertes, solides Spiel gemacht haben. Gerade im ersten Drittel sind wir gut ausgekommen, haben viele gute Entscheidungen getroffen und das bis zum letzten Drittel durchgezogen. Im letzten Drittel hatte Nürnberg einen Push, wo wir mit Händen und Füßen verteidigen mussten, aber wir sind nicht gebrochen. Die Nürnberger haben uns gefordert und mit viel Engagement gespielt. Wir haben von Kristes Gudlevskis wichtige Saves bekommen, wenn wir ihn gebraucht haben. Ich bin sehr happy mit der Leistung meiner Mannschaft.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Das ist schwer zu schlucken, was aktuell los ist. Im letzten Drittel haben wir richtig gedrückt, um das Spiel auszugleichen, und hatten großartige Chancen. Die Jungs haben deutlich härter gearbeitet als im letzten Spiel, haben am Ende aber den Kürzeren gezogen. Ihr Goalie hat wichtige Saves in den Schlüsselmomenten gemacht und sie haben ihre Chancen genutzt. Ich möchte mich bei den Fans bedanken, die uns so großartig unterstützt und für eine fantastische Atmosphäre gesorgt haben. Wir müssen jetzt alles analysieren. Es gibt ein paar Bereiche, in denen wir uns für nächste Saison verbessern müssen.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 11:18 | Wejse | Smith | Miele | 5:4-Überzahl |
| 1:1 | 14:24 | Weber | Akdag | Heigl | |
| 1:2 | 16:25 | Smith | Rausch | Mauermann | |
| 1:3 | 21:16 | Bruggisser | Hirose | Conrad | |
| 2:3 | 54:32 | Dove-McFalls | Headrick | Barratt | 5:4-Überzahl |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 2 Min |
| Fischtown Pinguins Bremerhaven | 6 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 7.444 |
| Schiedsrichter: | Martin Frano, Marian Rohatsch |
