Ohne die verletzten Brett Murray (Oberkörper), Jake Ustorf (Hand) und Cody Haiskanen (muskuläre Probleme) gingen die Nürnberg Ice Tigers ins Heimspiel gegen die Eisbären Berlin. Nach den bitteren Heimniederlagen gegen Iserlohn und Schwenningen wollten die Ice Tigers endlich wieder einen Sieg gegen die Eisbären einfahren, waren zunächst aber in der Defensive gefordert: In der 4. Minute löffelte Andreas Eder den Puck von der rechten Seite aus kurzer Distanz aufs Tor, Evan Fitzpatrick rettete spektakulär aus der Luft mit der Stockhand. Kurz darauf hatten auch die Ice Tigers ihre erste gute Möglichkeit, als Owen Headrick von der blauen Linie zum Abschluss kam und Jonas Stettmer gerade noch die Fanghand an den Puck brachte (5.). Das Spiel war von Beginn an hart umkämpft, Nürnberg trat mit anderer Körpersprache auf als zuletzt und fuhr seine Checks konsequent zu Ende. Dadurch entwickelte sich ein sehenswertes Spiel auf Augenhöhe, in dem beide Teams ihre Möglichkeiten hatten. Owen Headrick zwang Stettmer mit einem Direktschuss zum Abpraller, Thomas Heigl schoss sofort aus der Drehung, Stettmer reagierte stark mit dem Schoner (11.). Zum Ende des Drittels setzten sich die Ice Tigers noch einmal in der Offensive fest, Stettmer war gegen Jakob Weber aber zur Stelle (20.).
Berlin erwischte den besseren Start ins zweite Drittel und ging in der 23. Minute etwas glücklich in Führung: Marcel Noebels kam über die linke Seite ins Nürnberger Drittel, sein Querpassversuch wurde von Marcus Weber geblockt, Noebels kam aber erneut an den Puck und überwand Fitzpatrick mit der Rückhand flach durch die Schoner – 0:1 aus Nürnberger Sicht. Die Ice Tigers fanden etwas mehr als zwei Minuten später allerdings die passende Antwort. Nach einem Schuss von Owen Headrick prallte der Puck von der Bande zum linken Bullykreis, Julius Karrer spielte flach an den langen Pfosten und Evan Barratt schob zum 1:1-Ausgleich ein (25.). Die Freude über den Ausgleich währte aber nicht lange, denn nur 74 Sekunden später trafen die Eisbären wieder mit enormem Scheibenglück. Ein Pass von hinter dem Tor nach vorne wurde von Roman Kechter unglücklich genau auf den Schläger von Jean-Sébastien Dea abgebremst, der Fitzpatrick am kurzen Eck keine Chance ließ und zum 1:2 traf. Als Jakob Weber auf der Strafbank saß, legten die Eisbären nach, Yannick Veilleux verwandelte seinen eigenen Abpraller zum 1:3 (29.).
In der 39. Minute fanden die Ice Tigers ihrerseits in Überzahl einen Weg zurück ins Spiel: Owen Headrick zog von der linken Seite aufs kurze Eck ab, Stettmer konnte den Puck nicht festhalten, Headrick rückte nach und spitzelte die Scheibe zurück zu Cole Maier, der aus dem Slot zum 2:3 traf. Auch im letzten Drittel lieferten sich die beiden Teams ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Eisbären in der 52. Minute ihr viertes Tor erzielten. Moritz Kretzschmar brachte den Puck über die blaue Linie zu Eric Hördler, der einfach mal aus dem Handgelenk schoss und genau in den Winkel traf, weil die Scheibe bei der Schussauslöse im letzten Moment leicht zu einer Bogenlampe abgelenkt wurde – 2:4. Nürnberg gab nicht auf, nach einem weiten Pass von Owen Headrick lief Julius Karrer alleine auf Stettmer zu und verkürzte mit einem trockenen Handgelenkschuss auf 3:4 (57.). Zweieinhalb Minuten vor Schluss nahm Mitch O’Keefe seinen Torhüter vom Eis, Berlin gewann einen Zweikampf in der Rundung und Liam Kirk traf aus dem eigenen Drittel zum 3:5 (58.). Kurz darauf musste Tyler Spezia auf die Strafbank, das Spiel schien entschieden, aber Thomas Heigl konterte in Unterzahl über die rechte Seite und traf aus dem Handgelenk zum 4:5 ins kurze Eck (59.). Evan Barratt hatte in der Schlussminute sogar noch den Ausgleich auf dem Schläger, Stettmer blieb aber der Sieger und hielt seinem Team die drei Punkte fest.
Foto: Thomas Hahn
| 1. | 2. | 3. | Ergebnis | |
| Nürnberg Ice Tigers | 0 | 2 | 2 | 4 |
| Eisbären Berlin | 0 | 3 | 2 | 5 |
Stimmen zum Spiel
Serge Aubin (Berlin): Das war ein sehr umkämpftes Spiel, beide Teams waren von Beginn an bereit. Mir hat unser Start gefallen, wir waren fokussiert und diszipliniert. Im zweiten Drittel konnten wir unsere Chancen nutzen, Nürnberg ist aber immer wieder zurückgekommen, der Kampf war da, am Ende haben wir es ein bisschen zu spannend gemacht. Das Unterzahltor hätte uns noch wehtun können, aber wir haben es überlebt.
Mitch O’Keefe (Nürnberg): Es war ein hart umkämpftes Team auf beiden Seiten, beide Teams können stolz sein. Es ist hart, wenn man so spielt und am Ende ohne verdiente Punkte dasteht. Es war trotzdem ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wenn wir mit dem Willen und der Leidenschaft bis zum Saisonende spielen, haben wir unsere besten Chancen.
Tore
| Zeit | Torschütze | 1. Assistent | 2. Assistent | Bemerkung | |
| 0:1 | 22:22 | Noebels | Müller | ||
| 1:1 | 24:28 | Barratt | Karrer | Headrick | |
| 1:2 | 25:42 | Dea | Mik | Kirk | |
| 1:3 | 28:46 | Veilleux | Müller | 5:4-Überzahl | |
| 2:3 | 38:20 | Maier | Dove-McFalls | Headrick | 5:4-Überzahl |
| 2:4 | 51:34 | Hördler | Kretzschmar | ||
| 3:4 | 56:21 | Karrer | Headrick | 4:4-Feldspieler | |
| 3:5 | 57:40 | Kirk | Ronning | Müller | ENG 5-6 |
| 4:5 | 58:31 | Heigl | Dove-McFalls | 4:5-Unterzahl |
Strafen
| Nürnberg Ice Tigers | 8 Min |
| Eisbären Berlin | 10 Min |
Allgemeine Informationen
| Zuschauerzahl: | 7.672 (ausverkauft) |
| Schiedsrichter: | André Schrader, David Cespiva |
