Luis Janett bildet mit Niklas Treutle das Torhüterduo der Nürnberg Ice Tigers für die PENNY DEL-Saison 2026/27. Der in St. Gallen geborene 26-Jährige stand zuletzt beim EHC Biel in der Schweiz unter Vertrag und suchte für die neue Spielzeit eine neue Herausforderung. Im aktuellen Interview spricht er darüber, wie er in Nürnberg gelandet ist und blickt auf die schwierige Saison in Biel zurück.
Wie ist der Kontakt mit den Ice Tigers zustande gekommen?
Mein Agent hat für mich einen neuen Klub gesucht, weil es schwierig geworden ist, in der Schweiz etwas zu finden. Nachdem ich einen deutschen Pass habe, hat er vorgeschlagen, es mal in Deutschland zu probieren. Er ist dann mit Nürnberg in Kontakt gekommen und auf einmal ging es sehr schnell. Jetzt bin ich sehr happy, dass ich nächste Saison in Nürnberg spielen darf.
Hast du dich schon länger mit der Möglichkeit beschäftigt, in der DEL zu spielen?
Es ist immer schön, in der Schweiz zu spielen, aber auch die deutsche Liga hat sich in den letzten Jahren sehr gemacht. Das habe ich auch immer verfolgt, schließlich bin ich zur Hälfte Deutscher und habe schon viel Zeit bei der Familie in Deutschland verbracht. Dadurch war es schon immer ein bisschen im Hinterkopf.
Wie sehr freust du dich auf die neue Herausforderung?
Ich freue mich riesig. Sehr vieles Neues kommt auf mich zu, aber ich glaube, dass es die richtige Entscheidung ist. Ich bin Nürnberg sehr dankbar dafür, dass sie mir die Chance geben, mich noch einmal zu zeigen und einen weiteren Schritt in meiner Karriere zu machen.
Du hast einen deutschen Pass, was ist da der Hintergrund?
Meine Mutter ist aus Aachen, mein Vater ist Schweizer. Nachdem sie sich kennengelernt hatten, ist sie Mutter zu ihm in die Schweiz gezogen. Seit über 20 Jahren leben die beiden jetzt in der Schweiz.
In der Saison 2024/25 hattest du in Biel sehr gute Werte, in der vergangenen Saison ist es in der gesamten Mannschaft nicht so gut gelaufen. Was hat da aus deiner Sicht nicht so gepasst?
Das ist eine gute Frage. Ich glaube, dass viele Faktoren zusammengespielt haben. Gewisse Spieler konnten ihre Leistungen nicht so abrufen, wie sie das von sich selbst erwartet hätten. Wir haben auch viele Spiele erst kurz vor Schluss oder in der Verlängerung verloren und dadurch unnötig Punkte liegenlassen. Das hat uns mental als Mannschaft zu schaffen gemacht. Man hat einfach immer im Leben mal so eine Saison, aber aus diesen Saisons lernt man am meisten für die Zukunft.
Persönlich hättest du dir wahrscheinlich auch gewünscht, häufiger zu spielen.
In meiner ersten Saison habe ich zehn Spiele gespielt, da war ich megahappy. In der zweiten Saison habe ich mir schon erhofft, so auf 15 bis 20 Spiele zu kommen. Aber ich habe gerade am Anfang auch nicht so meine Leistung gebracht und dadurch auch ein bisschen das Vertrauen vom Trainer verloren. Dann war es nicht so einfach, zu weiteren Spielen zu kommen. Ich war nicht so konstant, wie ich mir das gewünscht habe.
Hast du dafür eine Erklärung oder liegt es bei einem jungen Torhüter einfach daran, dass es manchmal ein bisschen länger dauert?
Gerade im ersten Spiel war ich nicht gut und habe versucht, mich dann wieder zu verbessern. Ich habe dann auch ein paar Spiele gewonnen, aber wir wollten mit Biel unbedingt in die Pre-Playoffs kommen. Da war dann auch der Trainer unter Druck und hat den erfahrenen Torhüter mehr spielen lassen. Es war keine einfache Saison für mich, aber ich konnte viel daraus lernen und wurde mental stärker.
Hast du dir für Nürnberg auch Ziele gesetzt, wie viel du spielen möchtest?
Ich gehe einfach mit einer offenen Einstellung nach Nürnberg und möchte zeigen, was ich kann. Den Rest werden wir dann sehen.
Dein Zwillingsbruder ist Verteidiger, du Torhüter. Wie ist es dazu gekommen?
Früher haben wir Fußball gespielt, da war ich Stürmer und er war im Tor. Wir haben dann gesagt „Komm, lass uns doch mal Eishockey ausprobieren“, und nachdem ich schon beim Streethockey immer im Tor war und es mir Spaß gemacht hat, bin ich auch auf dem Eis ins Tor gegangen.
