Ice Tigers holen einen Punkt in Mannheim

Nach der äußerst knappen Heimniederlage gegen die Grizzlys Wolfsburg ging es für die THOMAS SABO Ice Tigers am Sonntagmorgen nach Mannheim, wo das letzte Spiel vor der Deutschland-Cup-Pause auf dem Programm stand. Rob Wilson setzte auf drei offensivstarke Reihen und ließ John Mitchell mit David Steckel und Leo Pföderl spielen. Erstgenannter musste schon nach 23 Sekunden wegen Hakens auf die Strafbank, die Ice Tigers überstanden die erste Unterzahlsituation der Partie aber schadlos. Die ice Tigers hatten ihre erste Chance in der 4. Minute über den aufgerückten Tom Gilbert, Dennis Endras konnte den Schuss des Verteidigers aber ins Fangnetz parieren. Aber auch die Adler hatten gute Möglichkeiten: Christoph Ullmann setzte sich hinter dem Nürnberger Tor durch und spielte blitzschnell nach vorne, Jenike parierte Marcel Goc' Schuss aus dem Slot aber stark (5.). Nach einem Querpass von Brett Festerling tauchte Steven Reinprecht auf der anderen Seite völlig frei vor Endras auf, der Mannheimer Torhüter behielt aber die Oberhand (8.). Auch in der nächsten Szene stand Endras im Mittelpunkt: John Mitchell schickte David Steckel mit einem herrlichen Pass auf die Reise, Steckel lief alleine auf Endras zu, wurde aber im letzten Moment von der Scheibe getrennt (10.). Dane Fox bekam in der 12. Minute einen heftigen, grenzwertigen Bandencheck von Aaron Johnson ab und musste zwischenzeitlich in die Kabine, konnte die Partie aber fortsetzen. Da beide Torhüter ihre Sache sehr gut machten, ging es nach 20 Minuten mit dem 0:0 in die Kabine.

Im Mittelabschnitt hatten die Ice Tigers zunächst die größte Chance, als Yasin Ehliz - perfekt von Patrick Reimer bedient - alleine auf Dennis Endras zulief, diesen aber mit seinem Versuch aufs lange Eck nicht überwinden konnte (22.). Nach einem geblockten Segal-Schuss ging es in der 24. Minute in die andere Richtung und die Adler erzielten den Führungstreffer. Marcel Goc wurde im Slot bedient, drehte sich schnell um die eigene Achse und traf aus dem Handgelenk genau in den Winkel - 1:0 für Mannheim. Für die Adler war das Tor der Startschuss für noch mehr Offensive, während die Ice Tigers den Zugang zum Spiel immer mehr verloren. Mannheim machte Druck, ließ die Scheibe gut laufen und drängte die Ice Tigers immer wieder ins eigene Drittel. Auch ein Überzahlspiel nach einer Strafe gegen Nikolai Goc brachte dem Team von Rob Wilson nichts ein, gefährlich wurde es nur einmal, als Tom Gilbert von der blauen Linie knapp am Tor vorbei schoss (30.). Ansonsten gelangen Nürnberg im Mittelabschnitt nur wenige gelungene Angriffe. John Mitchell brachte den Puck in der 34. Minute gut durch die neutrale Zone und schoss aus dem Handgelenk nur knapp vorbei. Dass die Ice Tigers mit nur einem Tor Rückstand ins letzte Drittel gingen, war hauptsächlich der bärenstarken Leistung Andreas Jenikes zu verdanken. Egal ob gegen Marcus Kink (33.), Matthias Plachta (37.) oder Chad Kolarik (37.), Jenike hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel.

Ins letzte Drittel starteten die Ice Tigers wieder mit deutlich mehr Energie und ließen die Adler nicht mehr so zur Entfaltung kommen. Im Gegenteil, mit zunehmender Spielzeit holten sich die Ice Tigers das Momentum zurück und drängten auf den Ausgleich. In der 45. Minute bediente Patrick Reimer den mitgelaufenen Yasin Ehliz mit einem Lupfpass in Richtung des Tores, Ehliz hielt die Kelle rein und fälschte gefährlich ab, Endras reagierte aber sehr gut. Reimer kam aber auch selbst zum Abschluss: In der 47. Minute jagte er einen Schlagschuss zum Tor, eine Minute später schoss er mit der Rückhand aus spitzem Winkel, scheiterte aber beide Male an Endras. Die Uhr lief für die Mannheimer, den ice Tigers lief die Zeit immer mehr davon. John Mitchell jagte einen Schlagschuss übers Tor (53.), Dane Fox scheiterte in Überzahl vom Bullypunkt an Dennis Endras (56.). Da Tom Gilbert in der 58. Minute auf die Strafbank musste, sah alles danach aus, als könnten die Adler die Führung über die Zeit bringen. Zehn Sekunden vor Schluss leisteten sie sich aber eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Exakt 3,7 Sekunden vor der Sirene war es dann Phil Dupuis, der einen Schlagschuss von Taylor Aronson so genau abfälschte, dass der Puck durch Endras' Schoner ins Tor rutschte - 1:1-Ausgleich für die Ice Tigers.

In der Verlängerung machten die Ice Tigers zwar das Spiel, leisteten sich aber an der blauen Linie des Mannheimer Drittels den leider entscheidenden Fehler. Sinan Akdag ging dazwischen, lief auf und davon und bezwang Jenike flach durch die Schoner zum 2:1 für die Adler.

Damit verabschieden sich die THOMAS SABO Ice Tigers mit 42 Punkten aus 20 Spielen in die wohlverdiente Länderspielpause. Am 16. November geht es dann mit dem Auswärtsspiel in Bremerhaven weiter.

Foto: Sörli Binder

Stimmen zum Spiel:

Rob Wilson (Nürnberg): Das war ein hart umkämpftes Spiel. Wir wussten, dass Mannheim zuletzt einige enge Spiele hatte. Wir wollten heute hässlich gewinnen, aber Mannheim war stark und hat einige Male für Verkehr vor unserem Tor gesorgt. Wir wollten das Spiel bis zum letzten Drittel eng halten und haben das gut umgesetzt. Wir haben gehofft, das Spiel in der Verlängerung nach dem späten Tor noch zu gewinnen, es hat aber nicht sollen sein.

Sean Simpson (Mannheim): Das war ein Top-Niveau von beiden Mannschaften. Es war wahrscheinlich das beste Spiel in dieser Saison, das wir in der Liga gesehen haben. Unsere Mannschaft hat sehr solide gespielt. Ich habe immer gesagt, dass wir dringend die Pause brauchen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie reagiert und den Zusatzpunkt geholt hat.

 

  1. 2. 3. OT PS Ergebnis
Adler Mannheim 0 1 0 1 - 2
Ice Tigers 0 0 1 - - 1

 

Tore:
Spielstand Zeit Torschütze 1. Assistent 2. Assistent Bemerkung
1:0 23:30 Goc Kink Ullmann
1:1 59:56 Dupuis 6:4-Überzahl
2:1 62:00 Akdag
Strafen:
Adler Mannheim 8 Min
Ice Tigers 8 Min
Allgemeine Informationen:
Zuschauer: 11516
Schiedsrichter: Christoffer Hurtik, Marian Rohatsch