Die Saison der Ice Tigers endet im Halbfinale

Dreimal standen die THOMAS SABO Ice Tigers in der laufenden Saison schon mit dem Rücken zur Wand, dreimal gingen sie dann mit einem Sieg vom Eis. Auch vor Spiel 6 der Halbfinalserie war klar, dass das Team von Rob Wilson einen Sieg brauchen würde, um die Serie nach Nürnberg zurückzuholen. Im Tor bekam erneut Andreas Jenike das Vertrauen, auch sonst gab es keine Umstellungen. Entgegen der vorherigen Partien waren es am Dienstagabend aber die Grizzlys, die sofort die Initiative suchten und nach vorne spielten. Jeff Likens hatte die erste Chance bereits nach 30 Sekunden mit einem Schuss von der rechten Seite, den Jenike aber entschärfen konnte. Wolfsburg war aktiver, weshalb die Ice Tigers erst nach fünf Minuten zu ihrer ersten Chance kamen. David Steckel hielt den Puck im Drittel der Grizzlys, nahm Fahrt auf und schoss aufs Tor, Felix Brückmann reagierte aber gut mit dem Schoner. Nach etwas mehr als sechs Minuten gingen die Grizzlys dann aber durchaus verdient in Führung. Tyler Haskins schlenzte halbhoch von der blauen Linie, Sebastian Furchner hielt die Kelle rein und fälschte unhaltbar für Jenike zum 1:0 für Wolfsburg ab. Die Grizzlys setzten nach, Jenike lenkte einen Handgelenkschuss von Nick Johnson von der linken Seite aber mit der Stockhand ins Fangnetz. Erst gegen Mitte des ersten Drittels kamen die Ice Tigers richtig im Spiel an und in Überzahl zur Riesenchance: Nach einem schnellen Aufbaupass von Patrick Reimer lief Steven Reinprecht über die rechte Seite zum Tor und legte im letzten Moment quer auf Yasin Ehliz, der freie Schussbahn hatte, aber am überragend reagierenden Brückmann scheiterte (10.).

In der 15. Minute kam es dann möglicherweise zu einer der entscheidenden Szenen im Spiel: Die Ice Tigers agierten in Unterzahl, als Jenike einen Schuss nicht festhalten konnte und der Puck gefährlich in Richtung Torlinie rutschte. Brandon Prust sah das, warf sich ins Tor, klärte fair mit dem Schläger und rutschte ins Tor, das dadurch aus der Verankerung gehoben wurde. Die Hauptschiedsrichter unterstellten Prust dabei ein absichtliches Torverschieben und schickten ihn zu dessen Entsetzen auf die Strafbank. Die Grizzlys interessierte das freilich wenig, sie gingen in Überzahl zu Werke und waren erfolgreich. Brent Aubin schoss von der rechten Seite, es passte zu diesem Nürnberger Abend, dass der Puck erst an Brett Festerlings Schläger und dann an seinen Schlittschuh und von dort in hohem Bogen über Jenike ins Tor flog - 2:0 für Wolfsburg (16.), gleichzeitig auch der Zwischenstand nach dem ersten Drittel. Zu Beginn des zweiten Drittels kamen die Ice Tigers zu einer Überzahlsituation, konnten diese aber nicht nutzen, da Wolfsburg geschickt verteidigte und sich immer wieder berfreite (24.). In der 26. Minute kam Phil Dupuis zu einer guten Möglichkeit, schoss nach feiner Vorarbeit von Rob Schremp aber knapp am Tor vorbei. Kurz darauf hatte Marco Pfleger über die linke Seite die Möglichkeit, seinen halbhohen Schuss aufs lange Eck konnte Brückmann aber mit dem Schoner parieren (27.). In der 33. Minute hätte Patrick Reimer eine gute Einschussgelegenheit in Überzahl bekommen, traf aus spitzem Winkel die Scheibe aber nicht voll.

Die Ice Tigers versuchten zwar alles, kämpften und rannten, es sollte ihnen an diesem Abend aber einfach nicht viel gelingen. In der 37. Minute machte Patrick Reimer einen Schritt nach vorne, um Jeff Likens zu checken, ermöglichte den Grizzlys dadurch aber unfreiwillig einen Zwei-auf-Eins-Konter. Gerrit Fauser kam mit Tempo über die linke Seite und jagte einen Schlagschuss halbhoch ins lange Eck - 3:0 für Wolfsburg. Zu Beginn des Schlussabschnitts bot sich den Ice Tigers in Überzahl die Möglichkeit, doch noch einmal ins Spiel zurückzukommen. Steven Reinprecht hatte dann auch die Riesenchance: Rob Schremp zwang Brückmann mit einem Schlagschuss von der rechten Seite zum Abpraller, Reinprecht schoss am langen Pfosten, Björn Krupp kratzte den Puck aber irgendwie noch von der Linie. Danach kochten die Emotionen immer wieder hoch, die kleinen Auseinandersetzungen spielten aber natürlich den Grizzlys in die Karten. Die Ice Tigers überstanden die folgenden Unterzahlsituationen zwar schadlos, die Zeit lief aber immer mehr davon. Wie schon in der kompletten Saison kämpften die Ice Tigers leidenschaftlich und stemmten sich mit aller Macht gegen das drohende Saisonaus, hatten dabei aber auch wieder einmal kein Scheibenglück. So auch Steven Reinprecht, der in der 53. Minute frei vor Brückmann auftauchte, den Puck aber nicht durch dessen Schoner hindurch brachte. Drei Minuten vor Schluss nahmen die Ice Tigers Andreas Jenike zugunsten des sechsten Feldspielers vom Eis, aber auch das brachte nichts mehr ein.

Damit endet diese so starke DEL-Saison der THOMAS SABO Ice Tigers im Halbfinale. Wer weiß, was mit einem kompletten Kader und etwas mehr Glück in den entscheidenden Situationen alles möglich gewesen wäre. Aber das machen wir dann halt nächste Saison!

Foto: Citypress24

 

  1. 2. 3. OT PS Ergebnis
Grizzlys Wolfsburg 2 1 0 - - 3
Ice Tigers 0 0 0 - - 0

 

Tore:
Spielstand Zeit Torschütze 1. Assistent 2. Assistent Bemerkung
1:0 06:14 Furchner Wurm Haskins
2:0 15:33 Aubin 5:4-Überzahl
3:0 36:42 Fauser Wurm Haskins
Strafen:
Grizzlys Wolfsburg 14 Min
Ice Tigers 16 Min + 10 Min (Prust)
Allgemeine Informationen:
Zuschauer: 3378
Schiedsrichter: Marian Rohatsch, André Schrader